Weltweit größte wissenschaftliche Flussexpedition im Jahr 2007 startet heute in Regensburg

Messfahrt durch zehn Donauländer wird ökologischen Gesamtzustand des Flusses untersuchen

Wien (OTS) - Die zweite gemeinsame Donauexpedition "Joined Danube Survey 2", die heute in Regensburg startet, ist die weltweit größte Flussexpedition im Jahr 2007. Hauptziel von JDS2 ist es, durch Zusammenarbeit aller Donaustaaten einen umfassenden Überblick über den chemischen und ökologischen Zustand der Donau und der Mündungsbereiche bedeutender Nebenflüsse zu erheben. Die Durchführung der Messfahrt wird vom Sekretariat der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) mit Sitz in Wien koordiniert. Alle Donaustaaten von Deutschland bis zur Ukraine haben ihre volle Unterstützung für die Expedition zugesagt. Für Österreich, dem der grenzüberschreitende Schutz der Donau ein besonderes Anliegen ist, ist das Lebensministerium an dieser Donau-Messfahrt sowohl wissenschaftlich als auch finanziell maßgeblich beteiligt. Dies teilt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft mit.

Fünf Schiffe starten nun heute von Regensburg aus ihre Donaureise über eine Länge von 2.375 Kilometern durch zehn Länder. Ende September werden sie das Donaudelta erreichen. Das internationale Vollzeitteam, das die Donau in ihrer gesamten Länge bereist, setzt sich aus 29 WissenschafterInnen, die aus Deutschland, Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, Serbien, Rumänien und Dänemark kommen, zusammen. Darüber hinaus werden nationale ForscherInnenteams auf den Flussabschnitten in ihren jeweiligen Ländern Unterstützung bei den Probeentnahmen und Analysen an Bord der Schiffe geben. Alle Donaustaaten von Deutschland bis zur Ukraine -unter ihnen EU-Mitgliedstaaten wie auch Nichtmitgliedstaaten - haben ihre volle Unterstützung für die Expedition zugesagt und leisten Beiträge in Form von finanzieller Unterstützung, Laboranalytik, Personal oder Sachleistungen.

Das Lebensministerium und insbesondere das Bundesamt für Wasserwirtschaft übernehmen neben maßgeblichen finanziellen Beiträgen einen wesentlichen Teil der analytischen Aufgaben. An den insgesamt 95 Untersuchungsstellen werden die Qualität des Wassers, der Sedimente und Schwebstoffe und die biologische Besiedelung geprüft.

JDS2 knüpft an die 2001 während der ersten gemeinsamen Donau-Messfahrt (JDS1) begonnene Arbeit an und ermöglicht einen Vergleich der Messergebnisse. Der Untersuchungsumfang von JDS2 ist um neue Parameter und Probestellen erweitert worden, so werden diesmal etwa auch fischökologische Untersuchungen durchgeführt. Weiters werden erstmals große Nebenflüsse der Donau in die Betrachtungen mit einbezogen. Neu ist auch, dass es nicht nur um die Bestimmung der Wasserqualität geht, sondern der gesamtökologische Zustand erhoben werden soll.

Die im Rahmen von JDS1 ermittelten Ergebnisse hatten einen noch immer nachweisbaren Reichtum an biologischer Vielfalt und das Auftreten vieler seltener Arten aufgezeigt. Allerdings wurden zum Teil auch bedenkliche Ausmaße der organischen und mikrobiologischen Verschmutzung sowie die übermäßige Belastung mit Schwermetallen, Öl aus dem Schiffsbetrieb, Pestiziden und Chemikalien sichtbar. Diese Ergebnisse sollen nun aktualisiert und umfassender erhoben werden.

Während des Aufenthaltes der wissenschaftlichen Mess-Schiffe in Österreich wird Bundesminister Pröll gemeinsam mit dem Exekutivsekretär der IKSD am 20. August 2007 dazu eine Pressekonferenz geben. Mehr Informationen erhalten Sie unter http://www.icpdr.org/JDS.

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