ÖGV: Freizeitunfälle unfaire Belastung für Unternehmen

Gewerbeverein fordert alle Privatvergnügen privat zu versichern

Wien (OTS) - Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) sieht sich in einer langjährigen Forderung bestätigt: "Freizeitunfälle gehen uns nichts an!" Diese Zitat von der AUVA unterstreicht eine anachronistische Situation, für deren Lösung die Mitgliedsfirmen des ÖGV, anders als die Unfallversicherungsanstalt es will, nicht weiter zur Kassa gebeten werden dürfen. Jahrzehnte hindurch haben die Unternehmen die Unfallgefahr in den Betrieben minimiert, es verunfallen immer weniger am Arbeitsplatz. Gleichzeitig steigen die Freizeitunfälle. Dies belastet die Betriebe mehrfach, kleinere stärker, als große: Versicherungsbeiträge ansich, Lohnfortzahlung, Kosten für den Ersatz der Arbeitskraft. Freizeitbelange müssen ausschließlich von jedem Einzelnen aus eigener Tasche gezahlt werden, sonst könnten die Unternehmen ja auch gleich die Autohaftpflicht und Haushaltsversicherung übernehmen. Der Österreichische Gewerbeverein fordert das Risikobewusstsein des einzelnen stärken indem die Verantwortung für das eigene Tun auch selber getragen werden muss.

Es ist eine Unart des öffentlichen Abgabenwesens, dass die Unternehmen für alle Belange ihrer Mitarbeiter den Kopf hinhalten müssen. Sozialversicherung, Lohnsteuer, Kommunalsteuer, Unfallversicherungen, Dienstgeberabgabe. Alles Aufschläge auf den Nettolohn. Im Sinne eines Kostenbewusstseins wäre es angemessen, all diese Abgaben direkt von den Mitarbeitern einzuheben. Ebenso sollten Gesundheitskosten zuerst bar bezahlt werden müssen, um erkennen zu können, wie teuer einzelne Maßnahmen sind, dann erst wird der Betrag durch die Krankenkassen ersetzt. Dies würde das Kostenbewusstsein jedes einzelnen fördern und den Unternehmen helfen erhebliche Kosten einzusparen. Natürlich ist es nicht im Interesse der Politik durch bekannte Zahlen entlarvt zu werden, weshalb wenig Hoffnung besteht aus der Volksverblödungsschiene zur Gänze auszubrechen.

Das Problem der Freizeitunfälle hingegen ist ein Sonderfall, bei dem Chancen bestehen, den richtigen Adressaten zum Abschluss von Versicherungen zu erkennen. Zur Zeit wird sie schlicht vom Falschen bezahlt. Weder kann der Unternehmer ein allfälliges Risiko mindern, noch kann er Maßnahmen setzen, dass solche Unfälle vermieden werden. Wenn sich Heim-, Freizeit- und Sportunfälle seit 1980 beinahe verdoppeln, Arbeitsunfälle aber deutlich reduzieren, werden jene bestraft, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Das Bewusstsein, sich einer teuren Unfallgefahr auszusetzen, wird dadurch in geradezu fahrlässiger Weise nicht erweitert.

Ebenso, wie jeder Bürger sein Auto versichern muss, müssen Haushalts-, Reise- oder Versicherungen für Sport- und Freizeitunfälle vom jedem einzelnen getragen werden. Der Verursacher muss für den Schaden aufkommen. Diesem gerechten Prinzip muss zum Durchbruch verholfen werden. Eine Belastung der Unternehmen kann in diesem Belang nicht weiter akzeptiert werden, erklärt der Österreichische Gewerbeverein.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Gewerbeverein
Generalsekretär Stephan Blahut
Tel: 01/587 3633
Fax: 01/587 0192
mailto: s.blahut@gewerbeverein.at
http://www.gewerbeverein.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OGV0001