"KURIER"-Kommentar von Patricia Haller: Nur ein Schritt

Kindergeld sollte künftig nach dem Einkommen bemessen werden.

Wien (OTS) - So wie das Kindergeld-Gesetz ist, fordert es zum Ungehorsam und zur Debatte, was gerecht und was ungerecht ist, richtig auf: Schon die alte Regierung, die es erfunden hat, war inkonsequent. Andernfalls wäre die Weisung von Ex-Sozialminister Haupt, auf die Zuverdienst-Kontrollen zu pfeifen, bei Kanzler und Finanzminister auf Widerstand gestoßen.
Das Gesetz ist kaum zu durchschauen. Auf der Homepage des Familienministeriums gibt es Lektüre dazu: In Form einer "Kurzübersicht zur Zuverdienstgrenze gem. § 8 KBGG (Auszug)" sie hat 21 Seiten. Die geplante Reparatur kann nicht der letzte Schritt sein. Wie wäre es, Kindergeld durch Elterngeld zu ersetzen, als Versicherungsleistung, bemessen nach dem Einkommen. Schließlich wird der Familientopf, aus dem das Kindergeld stammt, primär mit Versicherungsbeiträgen gespeist. Gut dotierte Sockelbeträge bekämen die, die nicht erwerbstätig waren oder wenig verdienen.
Das wäre sozial gerecht, wäre durch Einkommensabhängigkeit ein Lockmittel für die Männer, zu Hause zu bleiben. Frauen, auf deren Leistung die Volkswirtschaft nicht verzichten kann, brächte es schnell wieder in den Job. Schade, dass dafür im Moment nur die Grünen stehen.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002