Vormerksystem und Licht am Tag: Verbesserungen notwendig

Hausherr: "Überarbeitung der Vormerkdelikte und des Maßnahmenkataloges dringend erforderlich"

Wien (PWK568) - Wie die Erfahrungen der Fahrschulen und jüngste Statistiken ergeben, bringt die Einführung des Vormerksystems bis jetzt nicht die gewünschten Auswirkungen mit sich. "Der Fachverband der Fahrschulen unterstützt prinzipiell die österreichische Version eines Punktesystems, es muss aber angemerkt werden, dass nach den bisher gewonnenen Erkenntnissen sowohl der Delikte- als auch der Maßnahmenkatalog dringend überarbeitet werden müssen", stellt Ing. Norbert Hausherr, Obmann des Fachverbandes der Fahrschulen, fest. "Zu betonen ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass es beim Vormerksystem nicht um die Anzahl der Führerscheinabnahmen geht, sondern um die präventive Wirkung, um dadurch die Verkehrssicherheit zu erhöhen!"

Der Fachverband der Fahrschulen schlägt vor, folgende zusätzliche Delikte in das Vormerksystem aufzunehmen:

  • Fehlverhalten bei Verkehrsunfällen
  • Missachten der Überholverbote
  • Ignorieren der Gurtenpflicht
  • Rücksichtsloses Verhalten beim Einordnen, Einbiegen
  • Fehlverhalten gegenüber Einsatzfahrzeugen
  • Vorrangverletzungen werden nur in Kombination mit dem Überfahren einer Stopptafel oder des Rotlichts geahndet.
  • Geschwindigkeitsübertretungen (sind derzeit eher unübersichtlich in § 99 StVO, § 7, § 24 und § 26 FSG geregelt)

Im Gegenzug können aber Delikte wie die Missachtung von Beschränkungen für Beförderungseinheiten mit gefährlichen Gütern in Tunnels oder die Missachtung von Fahrverboten für Kfz mit gefährlichen Gütern entfallen.

Ganz besonders verbesserungswürdig ist der Maßnahmenkatalog. Warum muss derzeit etwa ein Fahrzeuglenker, der sein Kind im Fahrzeug nicht richtig sichert, ein Fahrsicherheitstraining machen? Wozu dient ein Fahrsicherheitstraining beim Vorliegen von technischen Mängeln am Fahrzeug? "Wir fordern für jedes Delikt eine zielgerichtete Maßnahme. Im ersten der geschilderten Fälle würde dies unserer Vorstellung nach konkret bedeuten, dass eine Schulung im Umfang einer Perfektionsfahrt über das Thema Kindersicherung zu absolvieren wäre, im zweiten Fall wäre eine Überprüfung am Fahrzeug gemäß dem Prüfprotokoll der praktischen Fahrprüfung durchzuführen. Mit diesen Veränderungen könnte nicht nur eine größere Wirkung der Maßnahme erzielt, sondern auch generell die Akzeptanz des Vormerksystems erhöht werden", ist Hausherr überzeugt.

Zur Frage von Licht am Tag ist zu sagen, dass die Regelung in der derzeitigen Form nicht zufriedenstellend ist. Ob das Abblendlicht etwa im Ortsgebiet sinnvoll ist, muss hinterfragt werden, genauso wie das erhöhte Gefährdungspotential von Zweiradlenkern und Fußgängern durch die Reizüberflutung der Augen von Fahrzeuglenkern nicht zu vernachlässigen ist. "Um zu einer endgültige Entscheidung in dieser Frage zu kommen, wäre es ratsam, das Ergebnis von derzeit laufenden Studien abzuwarten", meint Hausherr. (hp)

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