Südtirol: Strache: Bundespräsident Fischer von Napolitano brüskiert!

"Begnadigung" von 5 Südtirol-Aktivisten erfreulich, aber kein Schlussstrich!

Wien (OTS) - "Der österreichische Bundespräsident Dr. Fischer ist durch die aufgebauschte "Begnadigung" von lediglich fünf ehemaligen Südtirol-Aktivisten durch Staatspräsident Giorgio Napolitano in Wahrheit brüskiert worden", sagte heute der freiheitliche Südtirolsprecher und freiheitliche Bundesparteiobmann Strache zur Begnadigung von fünf ehemaligen Südtirolaktivisten durch das italienische Staatsoberhaupt.

Strache freute sich zwar darüber, dass sein Brief an den Bundespräsidenten zur Begnadigung aller Südtirolaktivisten Bewegung in die Angelegenheit gebracht habe und nun der 74jährige Luis Larch aus dem Burggrafenamt, der in Graz lebt, wieder nach Südtirol zurückkehren darf. Er verurteilte aber in diesem Zusammenhang, dass für die anderen Aktivisten nicht auch ein Schlussstrich gezogen wurde. Napolitano hatte noch im Juni dieses Jahres erklärt, durch entsprechende Schritte die gutnachbarlichen Beziehungen verbessern zu wollen.

"Durch den Gnadenakt des italienischen Staatspräsidenten Napolitano wurden lediglich wenig bedeutende Neben- und Zusatzstrafen einiger ehemaliger Südtiroler Freiheitskämpfer aufgehoben, die entweder schon verjährt waren oder kurz vor der Verjährung standen", stellte Strache fest.

"Die zu lebenslanger Haft verurteilten "Pusterer Buben" Josef Forer, Siegfried Steger und Heinrich Oberleiter sowie die Österreicher Peter Kienesberger und Univ. Prof. Dr. Erhard Hartung wurden von Napolitano trotz der ausdrücklichen Bitte des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer jedoch wieder nicht begnadigt", sagte Strache.

In diesem Zusammenhang verwies der freiheitliche Vertreter im Südtirolausschuss, NAbg. Werner Neubauer, auf die Stellungnahme von Josef Forer, der den Medien gegenüber erklärt hatte, warum seine Begnadigung und die seiner Kameraden ausgeblieben sei: "Wir sagen nämlich heute noch unsere Meinung: Tirol gehört wieder zusammen. Die begnadigen lieber die Camorra als uns."

Strache bedauerte, dass Italien unter Brüskierung des österreichischen Bundespräsidenten es abgelehnt hat, einen echten Schlussstrich unter die tragischen Ereignisse der Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderts zu ziehen.

Strache und Neubauer verwiesen in diesem Zusammenhang so wie die Kameradschaft der ehemaligen Südtiroler Freiheitskämpfer darauf, dass die damaligen schrecklichen Folterungen hilfloser Gefangener durch die Carabinieri und die Mordtaten staatlich besoldeter Auftragsmörder stets straffrei geblieben waren. Von einem echten Schlussstrich kann daher nicht gesprochen werden.

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