SP-Gemeinderat als Lobbyist für illegales Filesharing

Wien (OTS) - Einnahmenverluste für Kreative und Schädigung legaler Online-Shops werden offenbar bewusst in Kauf genommen - der Verband der österreichischen Musikwirtschaft IFPI Austria antwortet auf die Aussendung des SPÖ Klubs Rathaus vom 1.8.2007.

Als "nicht nachvollziehbar, polemisch und geschäftsschädigend" bezeichnet Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft IFPI Austria, Äußerungen des Wiener SP-Gemeiderats Lindenmayr, wonach die Musikindustrie bei Musikdownloads angeblich "ins Mittelalter" zurück wolle.

"Die Musikwirtschaft nutzt die Chancen der Digitalisierung intensiver als jede andere Branche. In den letzten Jahren wurde massiv in den Aufbau des Online-Musikmarktes investiert und neue Angebote für musikinteressierte Konsumenten entwickelt. Mehr als 500 Internet-Shops sind bereits online. Das Download-Angebot ist auf mehr als vier Millionen Songs gestiegen. Allein in Österreich kaufen bereits 500.000 Konsumenten Musik im Internet, im Jahr 2006 wurden 6,2 Millionen Songs über Download-Shops und Handys verkauft."

"Durch das Wachstum des digitalen Musikmarktes entstehen neue Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Einnahmen für die Musikbranche. Die Behauptung, die Musikwirtschaft könne nicht mit neuen Technologien umgehen, ist längst durch die realen Entwicklungen widerlegt. Der Aufbau und Betrieb neuer, legaler und für Konsumenten günstiger Musikangebote im Internet sind nur dann wirtschaftlich möglich, wenn Musik nicht gleichzeitig kostenlos raubkopiert werden kann. Illegales Filesharing verursacht allein in Österreich einen Schaden von 15 Millionen Euro jährlich. Deshalb gehen wir gegen das Raubkopieren und die illegale Verbreitung von Musik im Internet vor."

"Politisch Verantwortliche sollten sich für den Schutz des geistigen Eigentums von Künstlern, Kreativen und Produzenten engagieren und zur Bewusstseinsbildung beitragen statt Musikpiraterie im Internet zu verharmlosen. Der Diebstahl geistigen Eigentums ist kein Kavaliersdelikt."

Privatkopien sind - entgegen den Befürchtungen des Wiener SP-Gemeidesrats - auch im digitalen Umfeld weiterhin erlaubt und möglich, allerdings für tatsächlich private Zwecke und nicht zur weiteren Verbreitung im Internet.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Thomas Böhm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 1 535 60 35
boehm@ifpi.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0011