E-Control Kommission beschließt Maßnahmenplan zur Sicherung der Erdgasversorgung Kärntens

Wien (OTS) - Die Versorgung der Bundesländer Kärnten und Steiermark mit Gas erfolgt überwiegend über die Trans Austria Gaspipeline (TAG) die von Baumgarten an der slowakischen Grenze nach Arnoldstein an der italienischen Grenze führt. Mangels ausreichender Transportkapazitäten in dieser, mehrheitlich im Eigentum der italienischen ENI stehenden Pipeline müssen nun Ersatzmaßnahmen vorbereitet werden, um die Versorgung in Kärnten für den Winter 2007/08 sicherzustellen.

Der Grund für den kurzfristigen Kapazitätsengpass liegt in den unzureichenden Kapazitäten der TAG Pipeline, einem der größten europäischen Gastransportsysteme und der steigenden Kapazitätsnachfrage in Österreich, Slowenien und Italien. "Die Eigentümer des TAG Systems haben es in den vergangenen Jahren trotz zahlreicher Initiativen der Regulierungsbehörden Österreichs und Italiens verabsäumt, diese wichtige Versorgungsstrecke für Südeuropa rechtzeitig bedarfsgerecht auszubauen", so der Geschäftsführer der Energie-Control GmbH, DI Walter Boltz kritisch. Die nunmehr, mit einigen Jahren Verspätung begonnen Ausbauten kommen für den Winter 2007/2008 zu spät, daher mussten Ersatzmaßnahmen gesetzt werden.

Weiters waren die von der TAG in einer Auktion vor einigen Wochen angebotenen Kapazitäten nach Kärnten so stark nachgefragt, dass die Erwerbskosten für das österreichische Gasnetz nicht zu rechtfertigen gewesen wären.

Nunmehr konnte durch Zusammenarbeit aller Beteiligten eine Lösung gefunden werden, mit der die Versorgung Kärntens mit weit geringeren Kosten als es die Auktion ergab, möglich ist.

Für temporäre Engpässe wurde auf Anregung der E-Control bei der letzten Überarbeitung des Energie-Versorgungssicherheitsgesetzes (GWG III) im Jahr 2006 ein gesetzliches Instrumentarium geschaffen, um diese Kapazitätsengpässe rechtzeitig zu erkennen und kurzfristig wirkungsvolle Maßnahmen setzen zu können.

Diese neue Regelung hat nunmehr ihre erste Feuerprobe bestanden, und es konnte im Rahmen der im Gesetz formell geregelten Zusammenarbeit zwischen AGGM (Gas Regelzonenführer), betroffenen Netzbetreibern (Kelag Netz und Klagenfurter Stadtwerke) und Erdgashändlern ein Lösung gefunden werden, die auch bei einem extrem kalten Winter eine Versorgung Kärntens mit Gas gewährleistet.

Die Lösung besteht in einer Kombination aus der Beschaffung zusätzlicher Kapazitäten am Sekundärmarkt, d.h. von einem Gashändler, der solche Kapazitäten besitzt und Maßnahmen, die eine Reduktion der Verbrauchsspitzen im Gasnetz der Kelag/Klagenfurter Stadtwerke ermöglichen.

Kein Problem gibt es in den Folgejahren, da die Versorgung ab 2008/2009 durch bereits abgeschlossene Verträge gesichert ist. Langfristig wird das Versorgungsproblem darüber hinaus durch die Errichtung neuer Leitungen gelöst, die auch für die Versorgung zukünftiger Kraftwerke und Industriekunden im Süden Österreichs erforderlich sind.

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