Caritas-Präsident Küberl: "Genug zu essen zu haben ist ein Menschenrecht"

Start der Augustsammlung für Menschen in Not in Afrika, Asien und Lateinamerika

Wien (OTS) - "Genug zu essen zu haben ist ein Menschenrecht. Aber dieses Menschenrecht wird jeden Tag viele tausend Male mit Füssen getreten", sagt Caritas-Präsident Franz Küberl zum Start der heurigen Augustsammlung zugunsten von Menschen in Not in Afrika, Asien und Lateinamerika. 18.000 Kinder sterben jeden Tag an - nichts. "Sie sterben, weil sie nichts zu essen und nichts zu trinken haben. Sie sterben an Mangel in einer Überfluss-Welt", so Küberl. Die Ursachen seien zwar vielfältig und oft sehr komplex, aber: "Überwiegend ist Hunger hausgemacht und Folge menschlichen Fehlverhaltens." Der Caritas-Präsident ist soeben von einem Lokalaugenschein im Sudan zurückgekommen. Allein in der Region um die Hauptstadt Khartoum leben rund viereinhalb Millionen Menschen als Vertriebene im eigenen Land. Auf der Flucht vor dem langjährigen, erst kürzlich beendeten Bürgerkrieg im Süden oder der Gewalt in der Krisenregion Darfur leben sie in Behausungen aus alten Fetzen, wo es in der Regenzeit überall hereinregnet oder in Lehmhütten, die dem Wasser auch nicht immer standhalten können. So haben sich im Zuge des jüngsten Hochwassers Mitte Juli viele dieser Lehmhütten einfach aufgelöst. Die Caritas leistete Nothilfe.

Sonnenstrahlen der Hoffnung

"Die Menschen im Sudan sind verzweifelt, ohne Perspektiven, ohne Kraft. Viele von den Flüchtlingen leben schon seit 15 Jahren in den Lagern, können nicht vor und nicht zurück. Die Dörfer, die sie verlassen haben, gibt es nicht mehr", zeigt sich der Caritas-Präsident erschüttert. Rund um Khartoum unterstützt die Caritas mit Spenden aus Österreich Hilfsprojekte der St. Vincent de Paul Society unter der Leitung von Diakon Kamal Tadros.
Damit aus Hoffnungslosigkeit Hoffnung, aus Würdelosigkeit Würde und aus Inhumanität Humanität werden kann, müsse man an vielen Punkten ansetzen, so Küberl. So werden etwa mithilfe der Caritas in Ernährungszentren rund um die Hauptstadt 8000 Babys und Kleinkinder bis zu vier Jahren mit Milch und einem Brei aus Linsen oder Reis versorgt: "Ohne diese Hilfe würden viele dieser Kinder nicht überleben", sagt Küberl. In Waisenhäusern finden Kinder Zuflucht, in sechsmonatigen Kursen lernen Jugendliche beispielsweise tischlern, nähen oder Kühlschränke reparieren, damit sie später auf eigenen Beinen stehen können. Mobile Lastwagen-Kliniken versorgen Schulkinder, wenn sie vom schlechten Wasser Durchfall bekommen oder an Malaria leiden. Küberl: "Das alles sind Sonnenstrahlen der Hoffnung, die mithelfen, dass Menschen wieder menschenwürdig leben können."

Niemand soll hungern

Weil Hunger die schlimmste Form von Armut ist, widmet die Caritas den Flüchtlingen im Sudan, aber auch den hungernden Menschen in vielen anderen Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika ihre heurige Augustsammlung. Mehr als 850 Millionen Menschen haben weltweit nicht genug zu essen. Küberl: "Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir: Hunger ist ein stetiger Angriff auf die Würde und Selbstachtung der Menschen. Hunger macht krank, antriebslos und verzweifelt. Hunger verändert die Persönlichkeit, zerstört die Kreativität." In über 100 Projekten hilft die Caritas mit, Hunger zu bekämpfen. In der Katastrophenhilfe versorgt die Caritas Opfer von Naturkatastrophen und Kriegen mit Nahrung, in langfristigen Projekten, etwa in Mali, Äthiopien, Burkina Faso, Kongo, Uganda, Mosambik und Ecuador, hilft die Caritas mit, dass Menschen sich selbst ernähren können.

Für ein globales Problem dieses Ausmaßes brauche es freilich auch einen globalen Kraftakt, ist Küberl überzeugt. Die Ausrottung des Hungers und die Bekämpfung von Armut müsse ganzheitlich in allen Politikfeldern berücksichtigt werden. Egal ob etwa in Friedens-, Sozial-, Finanz-, Agrar-, Welthandels-, Gesundheits-, oder auch Umweltpolitik. Küberl appelliert in diesem Zusammenhang einmal mehr an die österreichische Bundesregierung, die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen, denn die Erreichung der 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens sei in Österreich nach wie vor mehr als fraglich. Dazu müssten die EZA-Gelder tatsächlich auf die ärmsten Länder konzentriert werden, was derzeit nicht der Fall ist. Auch neue Finanzierungsquellen zur weltweiten Armutsbekämpfung (Stichwort: Tobin Tax, Steuer auf Flugbenzin) seien nötig. Küberl:
"Geld allein löst die Probleme nicht, aber eines ist sicher: "Ohne Geld sind die Probleme, die Armut verursacht, nicht zu lösen."

26 Euro schenken einem Baby ein halbes Jahr Leben

"Jetzt im August bitte ich aber vor allem Sie um Ihre tatkräftige Unterstützung", appelliert Küberl an die Menschen in Österreich: "Mit nur 26 Euro kann die Caritas ein Baby im Sudan ein halbes Jahr ernähren. Bitte, helfen Sie uns helfen!" Gemeinsam mit eBay wurde eine eigene Aktion initiiert, bei der unter www.ebay.at/caritas Nahrungsmittelpakete für 8.000 Babys und Kleinkinder im Sudan gekauft werden können.
Die Caritas-Augustsammlung kommt auch heuer mit geringen Werbekosten aus. Die Bawag/PSK Gruppe und Western Union unterstützen als Hauptsponsoren die Augustsammlung, die Katholische Männerbewegung ist Partner. Die Werbeagentur CCP,Heye hat die Kampagne wieder zum Selbstkostenpreis erstellt. ORF, private Hörfunk- und Fernsehsender, Printmedien und die Plakatwirtschaft stellen Gratiswerbung zur Verfügung. Danke!

Caritas-Augustsammlung 2007: Ihre Spende lebt!
Spendenkonto: P.S.K. 7.700 004, BLZ 60 000, Kennwort: Augustsammlung Online-Spenden unter: www.caritas.at

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zur Caritas-Augustsammlung 2007 zu Ihrer honorarfreien Verwendung finden Sie unter: http://bild-db.caritas-wien.at/imagine/ims/login.do (Bitte geben Sie folgenden PIN-Code ein: HN2OB, die weiteren Felder der Maske füllen Sie bitte nicht aus. Beim "O" im PIN-Code handelt es sich übrigens um den Buchstaben, nicht um die Null.)

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Tel: 01/488 31-417 oder: 0664/82 66 909
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