Neues Volksblatt: "Schulgrenzen" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 25. Juli 2007

Linz (OTS) - Die weiter schwelende Schuldebatte lässt hintergründigere Fragen nach wie vor zu kurz kommen: Hintergründiger, weil hinter den Ursachen, warum im Schulbetrieb nicht alles rund läuft, zwei Problemkreise - ein gesellschafts- und ein bildungspolitischer - stecken. Bleiben wir heute im Gesellschaftspolitischen. Dazu gehört auch, aber nicht nur, wie es oft vereinfacht wird, die Zahl der Kinder mit Sprachdefiziten. Im mindestens gleichen Ausmaß gilt es sich endlich der Entwicklung zu stellen, dass immer mehr Eltern ihr eigenes Leben immer mehr überfordert und sie folglich ihren Kindern nur unzureichend Halt geben können - was übrigens auch ein massives Thema für die Wirtschaft, Stichwort familienfreundliche Arbeitswelt, ist. Die Folgen reichen von Aufmerksamkeitsdefiziten über Aggressionen bis hin zu massiven Verhaltensstörungen. Schulverweise sind da nur Symptomsbekämpfung und stehen überdies auf Kollisionskurs mit der rechtlich übergeordneten Schulpflicht. Die Folgen solcher Defizite kann die Schule nicht mehr beseitigen. Da braucht es andere Instrumente - von besser ausgestatteten psychosozialen Diensten bis zu Angeboten bei der Elternschulung.

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