"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Sozialer Wettbewerb"

EU-Staaten profitieren von unterschiedlichen Arbeits- und Urlaubszeiten.

Wien (OTS) - Der europäische Arbeitsmarkt ist längst Realität -trotz der Übergangsfristen für den freien Personenverkehr. Doch einheitliche Standards im Arbeitsrecht oder gemeinsame Regelungen für Arbeits- und Urlaubszeiten gibt es nicht: So hat Schweden zum Beispiel 43 Urlaubstage pro Jahr inklusive öffentliche Feiertage, Estland hingegen nur 26 Tage.
Seit den großen Erweiterungsrunden erlebt die EU eine

Globalisierung im Inneren: Die neuen Mitgliedsländer, darunter die dynamischen "baltischen Tiger", profitieren im Wettbewerb von niedrigen Gehältern, lückenhaften Rechtsvorschriften und

fehlendem Umweltschutz. Sie werden Mindestlöhnen und höheren Sozialstandards auf dem Niveau westlicher Mitglieder niemals zustimmen. Auch etablierte Volkswirtschaften wie Großbritannien, widersetzen sich seit eh und je einheitlichen Bestimmungen. Nur widerwillig hat Tony Blair die europäische Sozialcharta, ein Regelwerk von Mindestvorschriften, unterzeichnet.
Die objektiven Interessensunterschiede zwischen den 27 Mitgliedsländern verhindern eine gemeinsame Sozialpolitik. Turboliberalisierer, Modernisierer, rigide Gewerkschafter und weltfremde Sozialromantiker wird man auch künftig nicht auf eine Linie bringen können.

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