Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Der Ball liegt bei den Kroaten (von Markus Kaufmann)

Ausgabe 19. Juli 2007

Klagenfurt (OTS) - Das Nein der kroatischen Nationalbank hat den Hypo-Deal gehörig ins Wanken gebracht. Politik und Banker sind deshalb eifrigst damit beschäftigt, den Druck auf Zagreb zu erhöhen. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass auf höchster politischer Ebene sogar der EU-Beitritt als Druckmittel eingesetzt werden soll. Nun stellt sich die Frage, ob es sich beim kroatischen Widerstand nur um Säbelrasseln handelt oder ob man die Übernahme durch die Bayern auf Teufel komm raus verhindern will. Wenn es eine Retourkutsche ist, könnte man sie den Kroaten kaum übel nehmen. Immerhin war es die BayernLB, die in die Rijecka Banka eingestiegen ist, diese bis knapp vor den Ruin gebracht und sich dann eiligst aus dem Staub gemacht hat. Dass Kroatien den Bayern nun das Messer ansetzt und möglichst viel herausholen will, ist verständlich.
Bleibt die Nationalbank allerdings bei ihrem Nein, ist es wahrscheinlich, dass die Bayern von dem Deal abspringen. Laut den Vorständen der Kärntner Landesholding ist das möglich. Dann stünde auch Kärnten vor einem Problem. Schleunigst müssten 550 Millionen für die Rückzahlung der Wandelschuldanleihe aufgetrieben werden. Doch woher so viel Geld nehmen, bei leeren Landeskassen und einem Schuldenberg von 1,6 Milliarden.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
ktzredaktion@apanet.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001