Neues Volksblatt: "Mittelwege" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 19. Juli 2007

Linz (OTS) - Wenn Menschen seit Jahren in diesem Land leben können - in örtliche Strukturen, Schulen, Arbeitswelt voll integriert - und dann plötzlich abgeschoben und Familien zerrissen werden sollen, kann mit dem System etwas nicht stimmen. Zwischen einer Politik des offenen Scheunentors und totaler Abschottung, einer Einladung zum Asylmissbrauch und Abschiebungen, die nicht eine Sekunde vor dem Europäischen Gerichtshof halten, muss es vernünftige Mittelwege geben. Fortgeschrittene Integration als Kriterium für ein Bleiberecht in Österreich auch nach einem negativ beschiedenen Asylverfahren gesetzlich zu verankern, wie es VP-Wirtschaftssprecher Reinhold Mitterlehner nun vorschlägt, kann ein solcher Weg sein. Aufenthaltstitel aus humanitären Gründen müssen jedenfalls auf eine möglichst objektivierbare Basis gestellt werden. Allein schon der Verdacht, dass Abschieben oder Bleiben auch davon abhängen kann, wie sehr es im Einzelfall gelingt, die Öffentlichkeit zu mobilisieren, ist inhuman. Das Dringlichste freilich bleiben weiter beschleunigte Asylverfahren, die sich nicht über Jahre dahinziehen. Das Ausschöpfen von Rechtsmitteln darf dafür keine Begründung sein.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001