Konjunkturumfrage der Wirtschaftskammer zeigt optimistisches Stimmungsbild bei Salzburger Unternehmen

Konjunkturhoch hält weiter an

Salzburg (OTS) - Der kräftige Konjunkturaufschwung der Salzburger Wirtschaft aus dem Vorjahr setzt sich auch 2007 unvermindert fort. Nicht nur die bisher vorliegenden regionalstatistischen Daten, sondern auch die Konjunkturumfrage der WK Salzburg vom vergangenen Juni zeigen ein äußerst günstiges Konjunkturklima in der Salzburger Wirt-schaft. Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage wurden heute, Mittwoch, von WKS-Direktor Dr. Johann Bachleitner und dem Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung in der WKS, Dkfm. Bernd Gaubinger, bei einer Pressekonferenz präsentiert.

Die neue Konjunkturumfrage, die künftig zweimal jährlich als Ergänzung zur regionalen Konjunkturberichterstattung durchgeführt werden soll, spiegelt die insgesamt sehr positive Stimmung der Salzburger Unternehmen sowohl bei der aktuellen Geschäftslage als auch bei den Erwartungen bis zum Jahresende wider.

Die günstige Wirtschaftslage ist vor allem durch eine hohe Auslastung der Betriebs- und Personalkapazitäten sowie durch eine gute Auftragsentwicklung gekennzeichnet. Dies dürfte zu einer weiteren Nachfrage nach Arbeitskräften und bis zum Jahresende zu einem weiteren Anstieg der Beschäftigung führen.

Zufrieden mit der Geschäftslage

Die Konjunkturumfrage der WK Salzburg umfasst alle Sparten mit Ausnahme des Banken- und Versicherungssektors. Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von 190 Betrieben mit rund 25.000 Beschäftigten. Ähnlich wie in den gesamtösterreichischen Instituts-Prognosen und Umfragen in anderen Bundesländern zeichnen die Antworten im Durch-schnitt aller Sparten ein positives Bild der aktuellen Wirtschaftslage und der Entwicklung bis zum Jahresende. Allerdings sind die Betriebe bei den erwarteten längerfristigen Tendenzen eher vorsichtig optimistisch.

Knapp zwei Drittel (61,2 Prozent) der Unternehmen beurteilen die aktuelle Geschäftslage als gut, 34 Prozent als zufriedenstellend und nur 4,8 Prozent als schlecht. Auch für die kommenden sechs Monate wird die Geschäftsentwicklung noch von der Hälfte aller Betriebe (49,5 Prozent) als gut gesehen. In der darüber hinausgehenden Tendenz haben 28,5 Prozent eher bessere und 65,6 Prozent zumindest gleichbleibende Erwartungen.

Auftragsbücher gut gefüllt

Ähnlich gut zeigt sich die Auftragslage in der Salzburger Wirtschaft: So wird der derzeitige Auftragsstand von 61,1 Prozent der Betriebe als gut, von 32,4 Prozent als befriedigend bzw. normal und nur von 6,5 Prozent als schlecht bzw. zu gering bezeichnet. Insgesamt rund 90 Prozent der Unternehmen weisen gleichbleibende oder steigende Auftragseingänge auf, knapp 10 Prozent eher rückläufige. Die Auftragserwartungen in sechs Monaten werden von rund 96 Prozent positiv (d. h. 58,2 Prozent gut und 37,4 Prozent befriedigend) gesehen.

Bei den Anlagenkapazitäten besteht bei fast der Hälfte aller Betriebe (46,4 Prozent) eine optimale Auslastung. Nahezu jeder sechste Betrieb (15,6 Prozent) meldet Vollauslastung bzw. fehlende Kapazitäten, nur 3,3 Prozent sind schlecht ausgelastet.

Viele Unternehmen suchen Personal

Was die Lage am Arbeitsmarkt betrifft, spiegelt sich in den Antworten die derzeitige Vollbeschäftigung im Land Salzburg wider. Während zwei Drittel der Unternehmer (66,8 Prozent) derzeit über ausreichend Personal verfügen, ist bei mehr als einem Viertel (26,2 Prozent) zusätzlicher Personalbedarf gegeben. In den nächsten sechs Monaten werden rund 30 Prozent ihren Personalstand erhöhen, 61,2 Prozent den derzeitigen Stand zumindest halten.

Der Preissektor ist durch einen starken Kostenauftrieb geprägt. So rechnen nahezu drei Viertel der Betriebe (70,1 Prozent) mit Kostensteigerungen bei Waren- bzw. Rohstoffeinkäufen in den kommenden sechs Monaten. Demgegenüber werden zwei Drittel (64,5 Prozent) ihre Verkaufspreise gleich halten und 30,1 Prozent die Preise erhöhen.

Auch die Beurteilung der Ertragslage fällt bei den Unternehmen insgesamt sehr positiv aus: So wird die derzeitige Ertragslage von 40 Prozent als gut, von 51,6 Prozent als zufriedenstellend und nur von rund 8 Prozent als schlecht bezeichnet. Auch bis zum Jahresende wird sich dieser Trend mit insgesamt 92 Prozent an guten bzw. befriedigenden Ertragserwartun-gen fortsetzen.

Vollbeschäftigung in Salzburg

Die anhaltende hohe Wachstumsdynamik der Salzburger Wirtschaft lässt sich auch an den derzeit vorliegenden regionalstatistischen Indikatoren ablesen. Sie zeigen vor allem, dass fast alle Wirtschaftsbereiche - wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß - an diesem nachhaltigen Konjunkturhoch beteiligt sind.

Besonders deutlich wird diese Entwicklung am Salzburger Arbeitsmarkt, der im 1. Halbjahr 2007 einen Beschäftigungszuwachs von 2,2 Prozent (4.900 zusätzliche Arbeitsplätze) aufweist. Die Arbeitslosenrate lag in diesem Zeitraum bei 4,4 Prozent, österreichweit bei 6,7 Prozent. Angesichts einer Arbeitslosenrate von 3,2 Prozent im Juni 2007 (zweitniedrigste nach Oberösterreich) kann man für Salzburg Vollbeschäftigung feststellen.

Zu einer bemerkenswerten Entwicklung kam es beim Steueraufkommen:
Die gemeinschaftlichen Bundesabgaben sind in Salzburg von Jänner bis Mai 2007 um 13,9 Prozent gestiegen, während die gesamtösterreichische Steigerung "nur" bei 8,2 Prozent lag. Einen ungewöhnlich hohen Zuwachs weist dabei das Salzburger Lohnsteueraufkommen mit einem Plus von 25,8 Prozent auf (Österreich + 8,6 Prozent), während sich das Aufkommen an Umsatzsteuer in Salzburg mit + 6 Prozent zwar geringer, aber dennoch deutlich überdurchschnittlich (österreichweit + 3,6 Prozent) erhöhte.

Boom in der Bauwirtschaft

Hauptträger des starken Wirtschaftswachstums ist auch heuer der produzierende Sektor: Dort steht wieder die Salzburger Bauwirtschaft mit einem Produktionswachstum von rund 29 Prozent im 1. Quartal an der Spitze (Österreich rund 17 Prozent). Auch im Bereich der Sachgütererzeugung (Industrie, produzierendes Gewerbe und Energiewirtschaft) lag Salzburg im 1. Quartal 2007 mit einem Produktionszuwachs von etwa 13 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt (+ 9 Prozent).

Im Dienstleistungssektor weist der Handel eine positive, aber nicht so starke Aufwärtsentwicklung auf. So sind in Salzburg nach den Erhebungen der KMU-Forschung Austria die Einzelhandelsumsätze bis Mai 2007 um 4,7 Prozent, österreichweit um 3,4 Prozent gestiegen.

Eine rückläufige Entwicklung verzeichnete hingegen die heimische Tourismuswirtschaft: Sie hatte in den ersten fünf Monaten 2007 einen Nächtigungsrückgang von 2,2 Prozent zu ver-zeichnen. Das ist vor allem auf den schneearmen Winter und den Effekt des Mozartjahres 2006 zurückzuführen (Österreich - 1,5 Prozent).

Export als Wachstumstreiber

Die Salzburger Exportwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren angesichts der schwierigen Wirtschaftslage in den meisten europäischen Ländern zum Ausgleich verstärkt auf Übersee- und Fernmärkten engagiert, was zu einer strukturellen Verbesserung der Exportchancen geführt hat. So ist die derzeitige Exportentwicklung von weiterhin günstigen Exportergebnissen auf den außereuropäischen Märkten, von einer erstarkten Konjunktur innerhalb der EU-15 und einem weiter steigenden Engagement in mehreren Oststaaten gekennzeichnet.

Auch die Verlängerung der Förderaktion "go international" sowie die Liberalisierung und Vereinfachung der Handelsbeziehungen zu benachbarten Regionen und wichtigen Hoffnungsmärkten haben zu einer verstärkten Beteiligung von Klein- und Mittelbetrieben am Export geführt.

Umfragen bei exportierenden Unternehmen lassen die optimistische Erwartung zu, dass für 2007 eine Steigerung der Salzburger Exporte um etwa 9 bis 10 Prozent, also leicht über der Österreich-Prognose von 8,7 Prozent, realistisch erscheint.

Wachstumsprognose für 2007 bei 3,2 Prozent

Die Frühjahrs-Prognose der WK Salzburg, wonach sich das dynamische Wachstum des Vorjahres 2007 in ähnlichem Ausmaß fortsetzen wird, hat sich mit den derzeit verfügbaren Indikatoren und mit der jüngsten WKS-Konjunkturumfrage erhärtet.

Die überdurchschnittlichen Produktionszuwächse und Auftragsbestände im Bauwesen sowie im industriell-gewerblichen Bereich, eine relativ günstige Umsatzentwicklung im Handel und bei den wirtschaftsnahen Dienstleistungen sowie die nach wie vor boomenden Exporte bilden - gemeinsam mit dem positiven Stimmungsbild der WKS-Konjunkturumfrage - die Basis für eine Wachstumsprognose, die zumindest auf dem Österreich-Niveau liegt. Das bedeutet, dass bei den gegenwärtigen Rahmenbedingungen für Salzburg ein reales BIP-Wachstum von 3,2 Prozent oder sogar darüber für das Gesamtjahr 2007 realistisch erscheint.

Optimismus auch in der Bevölkerung

Aber nicht nur die Unternehmen sehen derzeit mit viel Optimismus in die konjunkturelle Zukunft: Laut einer Umfrage des Instituts für Grundlagenforschung (IGF) im Auftrag der Wirtschaftskammer beurteilten im vergangenen Mai rund 57 Prozent der Bevölkerung die wirtschaftliche Entwicklung Salzburgs in den nächsten zwei bis drei Jahren als "viel besser" oder "eher besser".

Erfolg für Salzburger Vorstoß

"Auch in einem günstigen Konjunkturklima ist es wichtig, den Unternehmern die entsprechenden Rahmenbedingungen zu bieten", stellt WKS-Direktor Bachleitner fest. "Ich freue mich deshalb umso mehr, dass die Sozialpartner auf Bundesebene einen Vorschlag der WK Salzburg aufgegriffen haben: Im Paket zur Finanzierung des österreichischen Gesundheitswesens wurde eine Verringerung der Beiträge zum Insolvenzausfallgeldfonds auf 0,15 Pro-zent vereinbart. Das bedeutet eine echte Senkung der Lohnnebenkosten!"

Bachleitner hatte bereits im vergangenen April im Rahmen der Präsentation der Salzburger Beiträge zum sozialen Netz gefordert, dass bei der geplanten Erhöhung der Krankenversicherungsbeträge um 0,15 Prozent der auf die Wirtschaft entfallende Teil an anderer Stelle abgesenkt wird. "Die gute Konjunkturlage, die rückläufige Zahl der Insolvenzen und die besseren Arbeitsmarktdaten haben den Spielraum für eine Senkung geschaffen. Der Insolvenzausfallgeldfonds hat zudem durch die bisherige Beitragshöhe von 0,7 Prozent seit Jahren Überschüsse verbucht."

Auf Basis der Zahlen des Jahres 2006 würde die Beitragssenkung an den Insolvenzausfallgeldfonds bedeuten, dass das Aufkommen an Salzburger Beiträgen von 30,5 Mill. Euro um 6,5 Mill. Euro auf knapp 24 Mill. Euro pro Jahr sinken wird. Bei einem österreichweiten Gesamtbeitragsaufkommen von rund 463 Mill. Euro ergibt sich eine Einsparung von bundesweit 99,21 Mill. Euro.

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