Hitze und Ozonbelastung: "Das haut den stärksten Bauarbeiter um!"

GBH: Ozon und UV-Strahlung erhöhen berufsbedingte Gesundheitsrisiken für Bauarbeiter

Wien (GBH/ÖGB) - Hitzerekorde, strahlender Sonnenschein - für Urlauber sind dies gute Nachrichten. Für die Bauarbeiter allerdings, die jetzt "auf Hochtouren" arbeiten müssen, stellen diese Wetterverhältnisse eine schwere zusätzliche Belastung und Gesundheitsgefährdung dar." Bauarbeiter können nicht einfach in den Schatten gehen! Sie müssen - entgegen allen medizinischen Empfehlungen - in der prallen Sonne weiterhin Schwerarbeit verrichten. Dazu kommt die hohe Ozonbelastung - kürzlich wurde sogar die Warnschwelle überschritten. Das haut auch den stärksten Bauarbeiter um", bekräftigt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz Johann Holper anlässlich eines Baustellenbesuches in Oberösterreich. ++++

Die Gewerkschaft Bau-Holz appelliert daher vor Ort auf den Baustellen an das Gesundheitsbewusstsein und die Eigenverantwortung der Bauarbeiter, berät und verteilt Sonnencremen, Sonnenschutzkappen und Mineralwasser, so z.B. heute auf einer Baustelle in Oberösterreich. Holper: "Wir haben heuer unsere UV-Aktion auf Baustellen bereits im Frühjahr begonnen, um die Bauarbeiter bestmöglich und über den ganzen Sommer hinweg zu schützen. Wir haben informiert und Sonnencremen verteilt. Die Kollegen auf den Baustellen sind froh, dass jemand da ist, der ihnen ihre schwere Arbeit in der Gluthitze ein bisschen erleichtert. Ich appelliere aber auch dringend an alle Arbeitgeber: Sie müssen dafür Sorge tragen, dass ihre ArbeiterInnen bestmöglich geschützt werden, und dazu gehört es auch, bei einer solchen Witterung Mineralwasser und Sonnenschutzprodukte zur Verfügung zu stellen."

Nicht zuletzt muss aber die Politik für bestmögliche Rahmenbedingungen sorgen. Die Gewerkschaft Bau-Holz erinnert deshalb nochmals an ihre Forderung, das Gesundheitsrisiko durch bodennahes Ozon durch Einstellen der Arbeit bei hoher Ozonbelastung zu verringern. In diesem Zusammenhang fordert die GBH schon seit Jahren die politisch Verantwortlichen auf, die Gesundheitsgefährdung durch Ozon endlich in die Regelung des Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetzes einzubeziehen.

Holper: "Ich würde den politisch Verantwortlichen dringend empfehlen, sich auf Baustellen selbst ein Bild davon zu machen, was Bauarbeiter in diesen Tagen leisten müssen: Gerade auf Straßenbaustellen, aber auch bei Wohn- und öffentlichen Bauten herrscht ein enormer Zeitdruck, die viel zu kurz gesetzten Fertigstellungstermine sollen - geht es nach den Auftraggebern -möglichst noch um Monate unterboten werden, was die Bauarbeiter nur unter größten Belastungen und mit zahlreichen Überstunden zuwege bringen. Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius müssen Bauarbeiter bei Asphaltierarbeiten oder Straßenbauarbeiten neben fließendem Verkehr Temperaturen von weit über 70 Grad Celsius aushalten. Dazu kommt das Arbeiten in praller Sonne, die Ozon- und Staubbelastung und nicht zuletzt die Gefährdung durch unvernünftige Autofahrer. Ich fordere die Verantwortlichen in der Bundesregierung dringend auf, endlich etwas für diese Menschen zu tun, die zum Wohle der Allgemeinheit arbeiten und dafür ihre Gesundheit riskieren, dafür aber fast immer unbedankt bleiben."

ÖGB, 18. Juli 2007 Nr.445

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