Maschinen und Metallwaren mit gutem Konjunkturergebnis 2006

Exportplus von 15,3 Prozent auf 27,11 Mrd. Euro - Verband will unter dem Titel "EnginEurope" Maschinenbau als Innovationstreiber bekannter machen

Wien (PWK535) - Mit sehr guten Konjunkturdaten meldete sich heute, Mittwoch, der Fachverband der Maschinen- und Metallwarenindustrie zu Wort: Bei den Auftragseingängen verzeichneten die Mitgliedsunternehmen gegenüber dem Jahr 2005 ein deutliches Plus um 20,20% auf einen Gesamtwert von knapp 41 Mrd. Euro. Die Maschinen-und Metallwarenbranche verbuchte damit knapp 50% der gesamten österreichischen Auftragseingänge in der Sachgütererzeugung für sich. Besonders erfreulich entwickelte sich der Kernbereich Maschinenbau mit einem Plus von 23,1%. Verhaltener war die Entwicklung bei den Metallerzeugnissen mit +14,8%.

Die abgesetzte Produktion der Maschinen- und Metallwarenbranche betrug im Jahr 2006 39,65 Mrd. Euro, das bedeutet einen Anstieg um 15,36%. Die Branche ist mit mehr als 30% Produktionsanteil der führende Sektor der gesamten Industrie. Innerhalb der Maschinen- und Metallwarenbranche entwickelte sich die Produktion bei beiden Kernbereichen erfreulich. Die Metallerzeugnisse verzeichneten 2006 ein Produktionsplus von 16,7%, der Maschinenbau kam auf einen Zuwachs von 15,3%.

Erneuter Impulsgeber für die erfreuliche Entwicklung der Maschinen- und Metallwarenbranche war auch im Jahr 2006 die kräftige internationale Nachfrage nach Produkten "Made in Austria". Die Warenexporte konnten im Jahr 2006 um 15,3% auf 27,11 Mrd. Euro gesteigert werden. Der Exportanteil der Maschinen- und Metallwarenbranche am gesamten österreichischen Außenhandel betrug 26%. Wichtigster Exportmarkt für die österreichischen Unternehmen bleibt die EU 25 mit 73% Marktanteil (+14,8% gegenüber 2005). Asien ist nach wie vor mit 7% Anteil die weitwichtigste Exportdestination. Am Vormarsch sind weiterhin die Exporte nach Resteuropa. Mit einem Wachstum von über 30% auf einen Exportanteil von 6% im Jahr 2006 wurde die stetig steigende Bedeutung dieses Marktes für die österreichische Maschinen- und Metallwarenbranche einmal mehr bestätigt.

Die gute wirtschaftliche Lage der Branche spiegelt sich auch in der Zahl der direkten Beschäftigten wider. Diese konnte um 5,01% auf insgesamt 169.257 Personen in der gesamten Maschinen- und Metallwarenbranche erhöht werden. Bei den vom Fachverband
der MASCHINEN & METALLWAREN Industrie vertretenen Unternehmen sind 110.510 Personen direkt beschäftigt. Die Maschinen- und Metallwarenbranche ist damit der mit Abstand größte industrielle Arbeitgeber Österreichs.

Die aktuellen Prognosen der Wirtschaftsexperten gehen von einem realen BIP-Wachstum von 3,0% im Jahr 2007 aus. Aufgrund der vorherrschenden Hochkonjunktur, dem guten Investitionsklima und einer starken Nachfrage ist die Maschinen- und Metallwarenbranche hinsichtlich einer weiteren positiven Wirtschaftsentwicklung zuversichtlich. Der aktuell vorliegende Konjunkturtest vom Juni 2007 zeichnet ein zufriedenstellendes Bild. Die Unternehmen hoffen, dass sie an die guten Ergebnisse aus dem Jahr 2006 anschließen
können. Nach derzeitigem Stand rechnet die Branche mit einem Wachstum im hohen einstelligen Bereich.

Einen Schwerpunkt setzt die Branche nun unter dem Titel "EnginEurope": "Der Maschinenbau ist mit 420 Mrd. Euro Produktionswert und 2,6 Millionen direkten Beschäftigten einer der größten Industriesektoren in der EU. Die Branche liefert die Technologien, um den Produktivitätsmotor am Laufen zu halten. Die innovativen Produkte und Verfahren sind daher eine notwendige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg Europas. Ohne diesen Sektor würde die Wirtschaft in dieser Art nicht funktionieren", beschreibt Fritz Klocke, Leiter des IPT am Fraunhofer-Institut in Aachen und Vorsitzender der EnginEurope Task Force, anlässlich der Präsentation des EnginEurope-Berichtes in Wien den Stellenwert des europäischen Maschinenbaus.

Gleichzeitig warnt Klocke aber auch, dass ohne die Sicherung der Rahmenbedingungen für hochwertige Innovationsleistungen und die Verfügbarkeit hochqualifizierter Mitarbeiter die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Branche massiv gefährdet werden könnte. Österreichische Unternehmen stoßen bei der Suche nach den entsprechenden Mitarbeitern bereits jetzt an ihre Grenzen. "Obwohl 70% unserer Produkte weltweit nachgefragt werden, wir einen Produktionswert von über 39 Mrd. Euro im Jahr 2006 (+15,36% gegenüber 2005) erwirtschaften, rund 5,9 % zum heimischen BIP beitragen und mehr als 169.000 Menschen (+5,01)direkt beschäftigen, wird die Maschinen- und Metallwarenbranche nicht als moderne, multitechnologisch orientierte Spitzenindustrie wahrgenommen", kritisiert Clemens Malina-Altzinger, Obmann des Fachverbandes der MASCHINEN & METALLWAREN Industrie, die derzeitige Situation.

Klocke und Malina-Altzinger sind sich daher einig, dass die im Rahmen von EnginEurope
empfohlenen Maßnahmen zu den Problemfeldern Innovationskraft und Facharbeiter von
den nationalen Entscheidungsträgern mit höchster Priorität versehen werden müssen.

Zur Fachkräftediskussion merkt Malina-Altzinger an, dass vom vorhandenen Potential der Bedarf nicht abzudecken sei: "In Österreich gab es im Jahr 2006 knapp 1.500 Maschinenbautechnik-Lehrling, 193 TU-Studenten beenden erfolgreich ihr Maschinenbau-Studium. Damit können die Unternehmen ihren Spezialistenbedarf bei weitem nicht mehr decken, die Innovationskraft der Betriebe ist dadurch höchst gefährdet." Es sei daher auch die Aufgabe der Politik, dem besonderen Stellenwert der heimischen Industrie in der öffentlichen Diskussion entsprechenden Raum zu widmen. Nach Meinung des FMMI-Obmanns gehöre dazu nicht nur das Bekenntnis, dass Österreich ebenso ein Industrie-wie Tourismusland sei. Der
Bedeutung des technischen Sektors müsse auch durch eine Verbesserung der technischen und naturwissenschaftlichen Ausbildung des Nachwuchses Rechnung getragen werden. "Die Diskussion um die ideale Schulform ist wenig zielführend. Vielmehr sollte sich die Ausbildung am Bedarf der Wirtschaft und an den Anforderungen moderner Berufsbilder orientieren. Die Industrie benötigt jedenfalls hochspezialisierte Techniker mit einem entsprechenden Know-how. Dabei zählt für uns nur die Qualität der Ausbildung, nicht die
Art der Schule, die absolviert wurde", erklärt Malina-Altzinger. (us)

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Geschäftsführer des Fachverbandes Maschinen & Metallwaren
Dr.jur. Berndt-Thomas Krafft
Telefon: +43 (0)5 90 900 3440
Fax: +43 1 505 10 20
Email: krafft@fmmi.at

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