79 (!) unproduktive Arbeitstage pro Jahr und Mitarbeiter - Czipin Produktivitätsstudie Österreich 2007 vorgestellt

Wien (OTS) -

  • Produktivitätsexperte Alois Czipin ortet möglichen Mehrumsatz von 60-70 Mrd. Euro, wenn Arbeitszeit produktiver verwendet würde
  • OGM-Umfrage zeigt: Auch für Manager ist fehlende Planung und Steuerung der Produktivitätskiller Nr. 1
  • Führungskräfte beim Heben von Produktivitätspotenzialen wenig ambitioniert

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Der Produktivitätsberater Mag. Alois Czipin hat mit seinem Team im Jahr 2006 insgesamt mehr als 500 Produktivitätsanalysen in mehr als 40 Unternehmen als Branchenquerschnitt aus Industrie, Handel und Dienstleistungen erstellt. Dabei wurde in über 4.000 Beobachtungsstunden die exakte Produktivität am jeweiligen Arbeitsplatz einen Tag lang detailliert und systematisch ausgewertet. Das Ergebnis ist in der Zusammenschau ernüchternd: Im vergangenen Jahr wurden durchschnittlich rund 36% der Arbeitszeit unproduktiv verwendet, mit anderen Worten: Mehr als ein Drittel der Arbeitstage gehen verloren. Das sind bei einer Berechnungsgrundlage von 220 Arbeitstagen 79 Arbeitstage pro Jahr und Mitarbeiter.

Alois Czipin erklärt zur Studie: "Im Jahr 2001 wurden sogar noch 40 % verschwendete Arbeitszeit erhoben ), was 88 Arbeitstagen pro Mitarbeiter und Jahr entspricht. Mit 36 % bzw. 79 Arbeitstagen konnten wir heuer ein deutlich besseres Ergebnis messen, allerdings reicht die Verbesserung bei weitem nicht aus, um die bestehende Produktivitätslücke zu einem effizienten Leistungsniveau zu schließen. Wir glauben, dass ein Produktivitätsniveau von 85 % der Arbeitszeit statt der jetzt 64 % möglich ist." Aufgrund des Branchenquerschnitts ist diese Durchschnittsbetrachtung auf ca. 2 Mio. Beschäftigte anwendbar. Alois Czipin betont dazu: "Das hat auch volkswirtschaftlich eine immense Bedeutung. Auf Basis unserer Berechnungen ergibt sich daraus ein möglicher zusätzlicher Umsatz von 60-70 Mrd. Euro, den die Mitarbeiter der untersuchten Sektoren in Summe erzielen könnten, wenn man die Produktivität entsprechend steigert."

Oft kann man den MitarbeiterInnen für ihre geringe Produktivität gar keinen Vorwurf machen, weiß Czipin: "Fehlende Arbeitsmoral rangiert nur an vierter Stelle der sechs Hauptursachen. Produktivitätskiller Nr. 1 sind Managementfehler: Mangelnde Planung und Steuerung lässt 44 Arbeitstage pro Mitarbeiter und Jahr nutzlos verstreichen, mangelnde Führung und Aufsicht 10 weitere. "Auf Rang 3 findet sich der Produktivitätshemmer "mangelnde Kommunikation", der für weitere 8,6 unproduktive Tage verantwortlich ist. Nahezu 8 weitere Arbeitstage werden Opfer fehlender Motivation. IT-Probleme sorgen für 5,6 Tage "Stillstand", und vergleichsweise geringe 2,8 Tage gehen auf das Konto fehlender Qualifikation. Eine deutliche Verbesserung ist bei der Arbeitsmoral der Mitarbeiter zu verzeichnen. Die verschwendeten Arbeitstage konnten von 11,5 im Jahr 2001 auf etwa 8 im Jahr 2006 reduziert werden.

Auch Manager sehen fehlende Planung und Steuerung als Produktivitätshemmer

Im Auftrag von Czipin Consulting befragte das Meinungsforschungsinstitut OGM im Juni 2007 über 100 österreichische Führungskräfte zum Thema Produktivität in deren Unternehmen. Wie bei der Czipin-Analyse ist auch aus selbstkritischer Sicht der Unternehmer und Manager die eigene (und oft mangelhafte) Planung und Steuerung Produktivitätskiller Nr. 1, dennoch legt die geringe Streuung der Antworten nahe, dass Führungskräfte diesen Faktor unterschätzen. "In Summe ergibt die Befragung der Manager nur ein sehr verschwommenes Bild. Daraus schließen wir, dass die befragten Führungskräfte selbst kein klares Bild bzw. keine klare Meinung über die Ursachen für die bestehenden Produktivitätsverluste besitzen", so Produktivitätsberater Czipin. Die mangelnde Führung scheint allerdings im Dienstleistungssektor zu den größten Übeln zu gehören, IT-Probleme sind eher im Handel zu finden.

Produktivitätssteigerungen 2007: Führungskräfte unterschätzen Potenzial

Der Großteil der befragten Führungskräfte gibt an, im Jahr 2006 Produktivitätssteigerungen von bis zu 5 % erreicht zu haben. 18 % der befragten Führungskräfte geben eine Steigerung von bis zu 20 % an, nur 9 % der Führungskräfte glauben, eine noch höhere erreicht zu haben. Allerdings konnten 19 % der Befragten zum Thema Produktivitätssteigerung gar keine Angabe machen, demnach fehlen ihnen Detailinformationen und Transparenz im eigenen Unternehmen.

Das maximal mögliche Verbesserungspotential für 2007 schätzen die Führungskräfte mit durchschnittlich 10 % fast doppelt so hoch ein als ihre tatsächlichen Erwartungen. Czipin erklärt dazu: "Dies lässt auf ein erschreckend geringes Vertrauen der Führungskräfte schließen, die möglichen Leistungsreserven aus eigener Kraft auszuschöpfen. Wir glauben, dass insgesamt eine Produktivitätsreserve von 21 % gehoben werden kann, das ist das Vierfache der Erwartung der befragten Führungskräfte. Um die wahren Gründe für die Produktivitätsverluste zu beseitigen, ist eine intensive Analyse des Unternehmens mit einer betriebsübergreifenden Sichtweise wichtig - eine Auseinandersetzung mit Zielen, Strategien und umsetzungsorientierten Maßnahmen, die wiederum die zukunftsorientierte Planung und Steuerung des Unternehmens ermöglichen. Genauso wichtig ist das laufende Training der Manager und eine konsequente Hilfestellung für die interne und externe Kommunikationspolitik."

Die Studie und den Pressetext finden Sie auch auf www.czipin.com

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