EnginEurope: Maschinenbau ist Innovationstreiber und Produktivitätsmotor der europäischen Industrielandschaft

Wien (OTS) - Utl.: Unternehmen der österreichischen Maschinen- und Metallwarenbranche exportieren bereits 25% Dienstleistungen / Branche kämpft trotz Etablierung am Weltmarkt mit Nachwuchs- und Imageproblemen / Malina-Altzinger: Empfehlungen von EnginEurope müssen von der österreichischen Politik mit oberster Priorität versehen werden /

"Der Maschinenbau ist mit 420 Mrd. Euro Produktionswert und 2,6 Millionen direkten Beschäftigten einer der größten Industriesektoren in der EU. Die Branche liefert die Technologien, um den Produktivitätsmotor am Laufen zu halten. Die innovativen Produkte und Verfahren sind daher eine notwendige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg Europas. Ohne diesen Sektor würde die Wirtschaft in dieser Art nicht funktionieren", beschreibt Fritz Klocke, Leiter des IPT am Fraunhofer-Institut in Aachen und Vorsitzender der EnginEurope Task Force, anlässlich der Präsentation des EnginEurope-Berichtes in Wien den Stellenwert des europäischen Maschinenbaus. Gleichzeitig warnt Klocke aber auch, dass ohne die Sicherung der Rahmenbedingungen für hochwertige Innovationsleistungen und die Verfügbarkeit hochqualifizierter Mitarbeiter die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Branche massiv gefährdet werden könnte. Österreichische Unternehmen stoßen bei der Suche nach den entsprechenden Mitarbeitern bereits jetzt an ihre Grenzen. "Obwohl 70% unserer Produkte weltweit nachgefragt werden, wir einen Produktionswert von über 39 Mrd. Euro im Jahr 2006 (+15,36% gegenüber 2005) erwirtschaften, rund 5,9 % zum heimischen BIP beitragen und mehr als 169.000 Menschen (+5,01)direkt beschäftigen, wird die Maschinen- und Metallwarenbranche nicht als moderne, multitechnologisch orientierte Spitzenindustrie wahrgenommen", kritisiert Clemens Malina-Altzinger, Obmann des Fachverbandes der MASCHINEN & METALLWAREN Industrie, die derzeitige Situation. Klocke und Malina-Altzinger sind sich daher einig, dass die im Rahmen von EnginEurope empfohlenen Maßnahmen zu den Problemfeldern Innovationskraft und Facharbeiter von den nationalen Entscheidungsträgern mit höchster Priorität versehen werden müssen.

25% der Industrieexporte sind bereits Dienstleistungen

Für den Bereich Forschung und Innovation empfiehlt EnginEurope den Mitgliedsstaaten eine Reihe von Maßnahmen wie zB die Erleichterung des Zugangs zu Forschungsprogrammen, eine international konkurrenzfähige Besteuerung von F&E, um die Investitionen zu steigern, oder auch die aktive Mitgestaltung von Forschungsprogrammen sowie Anreize für Innovationsfinanzierungen. Wesentlich sei laut Klocke aber auch, die Innovationsleistungen der Unternehmen öffentlich anzuerkennen und darzustellen. "Die Diskussion um die Exporte zeigt deutlich, dass die Leistungen der Industrie falsch eingeschätzt werden. Neben der Entwicklung von hochtechnologischen Erzeugnissen müssen erfolgreiche Unternehmen längst auch die dazugehörigen Dienstleistungen anbieten. Ein Industrieunternehmen, das heute weniger als 25% Dienstleistungsanteil an seiner Wertschöpfung hat, hat ein ertragsmäßiges Problem. Die reine Fließbandproduktion, wie sie vielleicht noch vor 20 Jahren existierte, gibt es nicht mehr. Industrie ist heute ein erfahrungs-und wissensintensiver Bereich. Dies gilt es zu fördern und vor allem auch entsprechend anzuerkennen", schließt Klocke seine Ausführungen ab.

Keine Innovation ohne kluge Köpfe - Forderungen zur Verbesserung der Fachkräftesituation

"In Österreich gab es im Jahr 2006 knapp 1.500 Maschinenbautechnik-Lehrlinge, 193 TU-Studenten beenden erfolgreich ihr Maschinenbau-Studium. Damit können die Unternehmen ihren Spezialistenbedarf bei weitem nicht mehr decken, die Innovationskraft der Betriebe ist dadurch höchst gefährdet", beschreibt Malina-Altzinger die kritische Situation und ergänzt, dass das Interesse an der Industrie aufgrund falscher Vorstellungen über Berufsbilder und Karrierechancen zu gering sei. Es sei daher auch die Aufgabe der Politik, dem besonderen Stellenwert der heimischen Industrie in der öffentlichen Diskussion entsprechenden Raum zu widmen. Nach Meinung des FMMI-Obmanns gehöre dazu nicht nur das Bekenntnis, dass Österreich ebenso ein Industrie- wie Tourismusland sei. Der Bedeutung des technischen Sektors müsse auch durch eine Verbesserung der technischen und naturwissenschaftlichen Ausbildung des Nachwuchses Rechnung getragen werden. "Die Diskussion um die ideale Schulform ist wenig zielführend. Vielmehr sollte sich die Ausbildung am Bedarf der Wirtschaft und an den Anforderungen moderner Berufsbilder orientieren. Die Industrie benötigt jedenfalls hochspezialisierte Techniker mit einem entsprechenden Know-how. Dabei zählt für uns nur die Qualität der Ausbildung, nicht die Art der Schule, die absolviert wurde", erklärt Malina-Altzinger.

EnginEurope - europäischer Maschinenbau für das 21. Jahrhundert

Um die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Maschinenbaus langfristig zu sichern, wurde Anfang 2006 eine spezielle Task Force auf EU-Ebene eingerichtet. Deren Ziel war es, die Stärken und Schwächen der Maschinenbau-Branche zu analysieren und Handlungsempfehlungen für eine zukünftige erfolgreiche Entwicklung zu erarbeiten. Der Abschlussbericht dieser hochrangig besetzten Gruppe zeigt, dass neben der Stärkung der industriellen Basis, der Vollendung des Binnenmarktes, einem entsprechenden Zugang zu Außenmärkten und dem Schutz geistiger Eigentumsrechte vor allem entsprechende Rahmenbedingungen für Innovationsleistungen und die Verfügbarkeit hochqualifizierter Mitarbeiter die Grundvoraussetzungen für den Erfolg des Maschinenbaus sind.

Über den FMMI

Der Fachverband der MASCHINEN & METALLWAREN Industrie ist die gesamtösterreichische Vertretung aller Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau und Metallwaren, die im Jahr 2006 gemeinsam einen Produktionswert von über 39 Milliarden Euro erwirtschafteten. Die mittelständisch strukturierte Branche stellt mit über 1.200 Unternehmen und mehr als 110.000 direkten Beschäftigten das Rückgrat der industriellen Beschäftigung in Österreich dar. Oberstes Ziel des Fachverbandes ist die Mitwirkung an der Gestaltung von maßgeblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um den erfolgreichen Fortbestand der Unternehmen der Maschinen- und Metallwarenbranche im internationalen Wettbewerb zu sichern.

Links

FMMI (Fachverband der MASCHINEN & METALLWAREN Industrie): www.fmmi.at

Abschlussbericht EnginEurope :
http://www.ots.at/redirect.php?berichtengin

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http://www.pressefotos.at/album/1/53/200707/20070718_c/

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