Wlodkowski: Bauerneinkommen zeigen erfreuliche Entwicklung

Einkünfte der Biobauern um 8% über dem Durchschnitt

Wien (AIZ) - "Der deutliche Anstieg der Bauerneinkommen im vergangenen Jahr ist erfreulich. Dass Österreichs Bauern ihre Einkünfte um 15,2% steigern konnten, ist auch auf die positive Preisentwicklung, begünstigt durch ein entsprechendes internationales Umfeld, zurückzuführen. Bemerkenswert sind dabei vor allem das Einkommen der Biobauern, das um rund 8% über dem Durchschnitt aller Betriebe lag und die mit 18% überdurchschnittliche Einkommenssteigerung bei den Bergbauern in den extremsten Lagen", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, zu den nun veröffentlichten Einkommenszahlen aus dem Grünen Bericht.

Gründe für das Plus

Die Ursachen für die positive Einkommensentwicklung waren mehrere:
Bei Getreide und Mais waren die Folge von niedrigeren Ernten höhere Erzeugerpreise. Das brachte den Bauern im Schnitt einen rund 9% höheren Ertrag. Bei Speiseerdäpfeln stiegen die Einnahmen um die Hälfte gegenüber 2005, bei Wein war zwar die Verkaufsmenge um 13% geringer, doch die Einnahmen wuchsen um 10%. Auch der Obstbau hatte mit einem Ertragsplus von 11% Anteil am Einkommens-Plus. Bei Schweinen stiegen die Erträge um 6, Rindern um 9 und bei Milch um 3%. Eine überdurchschnittliche Ertragssteigerung verzeichnete mit 34% die Forstwirtschaft, doch dämpfte der Orkan Kyrill im Jänner des heurigen Jahres die bis dahin überaus positive Marktentwicklung.

Öffentliche Gelder

"Das bäuerliche Einkommen setzt sich bekanntlich nicht nur aus den Einnahmen, die am Markt erzielt werden, zusammen, sondern entsteht auch aus der Abgeltung von Leistungen, die nicht unmittelbar marktfähig sind, wie Umweltleistungen, Landschaftspflege, Sicherung der Wasserreserven oder Aufrechterhaltung der Besiedelung in besonders benachteiligten Gebieten. Diese öffentliche Leistungsabgeltung betrug im Vorjahr rund ein Viertel des Ertrages. Damit wird deutlich, wie wichtig und notwendig es ist, rasch das Programm Ländliche Entwicklung zu beschließen. Denn dieses hilft wesentlich mit, die Zukunft der Berg- und Grünlandbauern abzusichern, macht vielfältige Umweltmaßnahmen möglich und regt Investitionen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der bäuerlichen Unternehmen an", ergänzte Wlodkowski.

Milchbauern sichern

Vor allem für die Berg- und benachteiligten Gebiete Österreichs ist Rinderhaltung beziehungsweise Milchproduktion die einzige ökonomisch sinnvolle Chance, flächendeckend eine dauerhafte Bewirtschaftung und somit Besiedelung aufrechtzuerhalten. Unterstützt wird der wirtschaftliche Erfolg dieser Bergbauern-Betriebe derzeit durch ein Produktionsquotensystem, das mithilft, naturbedingte Standort- und Produktionskostennachteile gegenüber den Gunstlagen abzufedern. Dieses Quotensystem läuft nun Gefahr, EU-weit nach dessen Ablauf 2015 nicht mehr verlängert zu werden. Die §-7-Kommission im Landwirtschaftsministerium hat deshalb auf Antrag der LK Österreich eine Empfehlung an den Landwirtschaftsminister beschlossen, die besagt, dass dieser einerseits die Auswirkungen einer völligen Liberalisierung des Milchmarktes auf die Berggebiete untersuchen und daraus dann flankierende Instrumente zur Erhaltung der Milchproduktion in diesen Gebieten erarbeiten soll.
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