Zwischen Überholspur und "gläserner Decke"

Burgstaller: Lebenssituation der Frauen war noch nie so vielfältig wie heute

Salzburg (OTS) - Noch nie war die Lebenssituation von Frauen so vielfältig und herausfordernd wie heute. Wenn alle zwei Jahre die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten aus der geschlechtsspezifischen Perspektive zusammengefasst und dargestellt werden, werde dies auch sichtbar - etwa bei der Ausbildungssituation der Frauen, die sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert habe. Das betonte Frauenreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Mittwoch, 18. Juli, zum Erscheinen der mittlerweile achten Ausgabe der "Salzburger Frauenzahlen", herausgege-ben vom Landesstatistischen Dienst unter der Leitung von Hofrat Mag. Josef Raos und vom Büro für Frauenfragen und Chancengleichheit unter der Leitung von Mag. Romana Rotschopf.

Die Broschüre zeige nach wie vor bestehende Problemfelder auf, aber auch Trends, die durchaus Mut machen, so Burgstaller weiter. Bei der höchsten abgeschlossenen Ausbildung haben die Frauen nicht nur deutlich aufgeholt, sie haben die Männer inzwischen sogar überholt. So gibt es inzwischen anteilig mehr Frauen, die zumindest über Maturaniveau verfügen, als Männer. Der Anstieg der Schülerinnenzahlen an allgemein- und berufsbildenden höheren Schulen sowie die starke Zunahme der Zahl der Studienabschlüsse von Frauen werden dazu beitragen, dass sich diese Tendenz weiter fortsetze und sich mittel-und längerfristig hoffentlich auch bei den Lehrenden auf Universitätsebene auszuwirken beginne, so Burgstaller. Dort zeige sich derzeit noch deutlich die "gläserne Decke" bei einem Professorinnenanteil von nur 21 Prozent.

Bei der allgemeinen Erwerbsquote der Frauen, dem Anteil der Frauen im erwerbsfähigen Alter, die über ein eigenes Einkommen verfügen, liegen die Salzburgerinnen über dem österreichi-schen Durchschnitt. Es verstärkt sich eine schon in rüheren "Frauenzahlen" wahrgenommene Tendenz: 76 Prozent der Salzburgerinnen von 15 bis unter 60 Jahren sind erwerbstätig. Im österreichischen Durchschnitt ist dieser Wert niedriger und beträgt 72,4 Prozent. Dem stehen 88,5 Prozent erwerbstätige Männer gegenüber; im Österreichvergleich sind es 86,6 Prozent.

Während sich hier Frauen und Männer schrittweise statistisch angleichen, sieht es bei den Zahlen zum Bezug vom Kinderbetreuungsgeld weiterhin düster aus: Bezieherinnen von Kinderbetreuungsgeld gab es österreichweit im Jahr 2005 exakt 108.908, davon 106.216 Frauen und 2.692 Männer. In Salzburg gingen 7.722 Frauen in Karenz, gegenüber 188 Männern. Vergleiche man das mit den Werten des Jahres 2000, so zeige sich immerhin ein Lichtstreif am Horizont, so Burgstaller. Mit einem Anstieg von 53 auf 188 hat sich die Zahl der Väter in Karenz in fünf Jahren mehr als verdreifacht.

Problematisch sei nach wie vor die Einkommensentwicklung, so Burgstaller. Zwar steigen sowohl die Einkommen der Frauen als auch jene der Männer, der Unterschied nimmt allerdings ebenfalls zu. Er beträgt zwischen Arbeiterinnen und Arbeitern 700 Euro (das sind 34 Prozent weniger als bei den Arbeitern) und 1.342 Euro bei den Angestellten (das sind 44 Prozent weniger als die männlichen Kollegen. Es sei allerdings zu beachten, dass wesentlich mehr Frauen als Männer "nur" teilzeitbeschäftigt seien; und das mit steigender Tendenz, so Burgstaller. Dies erleichtere zwar die Vereinbarung von Familie und Beruf, habe aber ein geringeres Einkommen zur Folge. Das Problem sei somit durchaus vielschichtig. Es werde deutlich, dass es ein ganzes Maßnahmenbündel brauche, um mittelfristig eine Trendwende herbeizuführen.

Bei den Führungspositionen gebe es noch immer viele Bereiche, wo Frauen fehlen oder unterrepräsentiert seien, betonte Burgstaller. Erstmals ist in der Broschüre "Frauenzahlen 2007" erhoben worden, wie es um den Frauenanteil in den Führungsgremien der Interessenvertretungen und bei den Medien bestellt ist. Immerhin: Der Anteil der Frauen bei den Betriebsräten liegt bei 27 Prozent, im Präsidium der Arbeiterkammer ist bereits ein Frauenanteil von 36 Prozent erreicht. Und die 142 Frauen, die als Funktionärinnen der Landwirtschaftskammer tätig sind, machen bereits 43 Prozent aus. Allerdings sind auch im Vorstand der Landwirtschaftskammer, das heißt im Leitungsgremium, die Frauen mit 29 Prozent noch deutlich in der Minderheit.

Rückfragen & Kontakt:

Landespressebüro Salzburg
Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65
landespressebuero@salzburg.gv.at
http://www.salzburg.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SBG0001