Indische Unternehmen haben das Marketing kapiert / Interview mit Dr. Vijay Mallya, Chairman und Chief Executive Officer Kingfisher Airlines

London (ots) - Bild wird über obs versandt und ist unter http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs abrufbar - Die Fluggesellschaft Kingfisher Airlines hat vor kurzem ihren zweiten Gründungstag mit einer atemberaubenden Erfolgsbilanz gefeiert: das in 24 Monaten zu Indiens größter Inlands-Fluggesellschaft avancierte Unternehmen hat in diesem Zeitraum 40 Flugzeuge vom Typ Airbus A320 und 5 vom Typ Airbus Super-Jumbo A380 bestellt, verschiedene Auszeichnungen für erstklassige Qualität erhalten und tritt seit diesem Jahr als Partner des Teams Panasonic Toyota Racing in der Formel Eins auf. Offensichtlich ist die Geschwindigkeit hier ein gemeinsamer Nenner. Dr. Vijay Mallya, Chairman und Chief Executive von Kingfisher Airlines möchte aber noch weitergehen: weltweit - mit der weltweiten Plattform Formel Eins. F: Ihre milliardenschweren Flugzeugbestellungen zeigen, dass die Ambitionen von Kingfisher Airlines über den indischen Flugraum hinausgehen. Bildet Ihr Engagement in der Formel Eins eine flankierende Maßnahme für Ihre Expansionspläne? VM: Die großen Flugzeugbestellungen spiegeln das riesige Wachstumspotential in Indien wider. Momentan nutzt tatsächlich nur ein kleiner Prozentsatz unserer Bevölkerung das Flugzeug, doch dies wird sich durch das Wirtschaftswachstum von jährlich 9-10 % ändern. Bei uns in Indien gibt es eine riesige Zahl an Verbrauchern, die mit den USA oder Europa gleichzusetzen ist. Diese Menschen können sich das Fliegen finanziell leisten, sie geben viel Geld aus und wollen sich dem westlichen Lebensstil immer mehr anpassen. Dieses Zielpublikum ist nicht nur für meine Fluggesellschaft da, diese Leute sind auch potentiell an der Formel Eins interessiert. Was uns auch schon direkt zu meinem Engagement in der Formel Eins führt: wir alle wissen, dass die Formel Eins in der ganzen Welt die größte Publicity erfährt. Anders als die Fußball-Weltmeisterschaft oder die Olympischen Spiele, die einmal in vier Jahren stattfinden. Die Formel Eins bietet eine Weltmeisterschaft mit 17 Veranstaltungen, die gut über den Globus verteilt sind, und sicher schaut auch mein Zielpublikum hier zu. Also bildet sie die perfekte Plattform, um die ganze Welt wissen zu lassen, dass es eine Fluggesellschaft gibt, die Kingfisher Airlines heißt! F: Großen indischen Unternehmen haftet das Stigma an, sich größtenteils auf den Binnenmarkt zu konzentrieren und im weltweiten Sponsoring nicht wirklich vertreten zu sein. Sind Sie der Schrittmacher für andere, die Ihrem Beispiel folgen sollen? VM: Es ist wahr, indische Unternehmen haben sich größtenteils auf den Binnenmarkt konzentriert und dafür gibt es einen wichtigen und logischen Grund: China hat eine exportorientierte Wirtschaft mit geringer Binnennachfrage - bei Indien ist dies umgekehrt. Wir haben eine riesige wachsende Binnenwirtschaft mit einer Wachstumsrate von 20-30-40 %. Heute gibt es aber auch Inder, die Unternehmen in Übersee erwerben. Indien hatte früher eine kostengünstige Wirtschaft, in der die Kostenersparnis durch Produktionsauslagerung erreicht wurde. Heutzutage verfügt Indien über viele Wettbewerbsfähigkeiten und wenn wir Inder in Übersee Unternehmen erwerben, geschieht dies nicht nur aus Kostensenkungsgründen, sondern weil wir die operative Leistung dieser Unternehmen verbessern und sehen können, welch ein potentieller Markt in Indien selbst existieren könnte. Was das Sponsoring angeht: hier geht es nicht nur um die Frage des Sponsoring, sondern um die Gesamthaltung gegenüber Marketing und Werbung. Marketing und Werbung, wie sie in der westlichen Welt verstanden wird, erfolgt in Indien im Wesentlichen durch hier tätige multinationale Unternehmen. Jetzt aber haben die indischen Unternehmen verstanden, dass, wenn sie mit Multis und ihren aggressiven Marketingmethoden mithalten wollen, sie das Marketing kapieren müssen. Ich sehe viele indische Unternehmen, die auf dem Weg sind, das Marketing zu kapieren und sich auf ein weltweites Sponsoring vorbereiten. F: Das Engagement in der Formel Eins ist eine Demonstration technischer Kompetenz. War dies ein Grund dafür, sie mit Kingfisher Airlines zu verbinden und nicht mit Kingfisher Bier? VM: Richtig, dies ist eine Demonstration technischer Kompetenz, aber ich glaube nicht, dass dies schon alles ist. Historisch betrachtet waren die Tabakunternehmen die größten Werbekunden auf den Rennwagen der Formel Eins. Es gibt aber keinen wirklich eindeutigen Zusammenhang zwischen technischer Kompetenz und Rauchen. Mein Argument ist, dass die meisten Länder Tabak- und Alkoholwerbung verbieten, und wir wollten nicht in etwas hineingezogen werden, dass potentiell kontrovers sein könnte. Auf der anderen Seite besteht für uns der Bedarf, die Welt auf Kingfisher Airlines aufmerksam zu machen, weil wir uns zum Ziel gesetzt haben, ein internationaler Markenname zu werden, indem wir unser Netzwerk in den nächsten 5-10 Jahren ausbauen, und dafür sehen wir die Formel Eins als die geeignete Plattform. F: Wie lange haben Sie gebraucht bis zur Entscheidung, bei der Formel Eins mitzumachen, nachdem klar geworden war, dass Sie nach einer weltweiten Plattform Ausschau hielten? VM: Nicht sehr lange. Ich habe in den 90ern mit dem Team Benetton bei der Formel Eins mitgemacht. Ich bin grundsätzlich an der Formel Eins interessiert. Ich bin seit 20 Jahren Chairman der lokalen FIA, weshalb der Motorsport meine zweite Haut ist. Ich beobachte die Formel Eins ganz genau, also brauchte mir niemand über die enormen Vorteile der Publicity zu erzählen, die sich aus einem Sponsoring der Formel Eins ergeben. F: Haben Sie andere Optionen geprüft? VM: Ja, das haben wir getan, aber die Formel Eins an sich ist etwas Einzigartiges, nichts anderes bietet diese Art der weltweiten Publicity. Sie ist eine weltumfassende Sportart und das Fernsehpublikum ist wirklich international. Wenn sie in die ganze Welt gehen wollen, ist die Formel Eins die einzige Lösung. F: Wie kam es zu der Entscheidung, eine Partnerschaft mit dem Team Toyota einzugehen? VM: Sie haben dieselben Farben: Rot und Weiß. Jetzt aber im Ernst: Ich habe die Toyota Formel Eins Fabrik in Köln besucht und war sehr beeindruckt. Ich bin überzeugt, dass man dort riesige personelle, technische und finanzielle Ressourcen hat. Es geht darum, alles synchron zusammenzubringen und ich bin absolut davon überzeugt, dass Toyota zu einem der Top-3-Teams der Welt werden wird. Darum habe ich entschieden, Toyota zu unterstützen. F: Die Formel Eins ist ein Sport - aber sie ist auch Unterhaltung und Lifstyle. Sie haben Ihre Fluggesellschaft als einen "Event-Carrier" positioniert. Welche Pläne haben Sie für einen Ausbau Ihres Engagements in der Formel Eins? VM: Sie ist ganz klar Lifestyle. Schauen Sie sich den ganzen Glamour rund um sie herum an, die Leute, die bei der Formel Eins mitmachen, die Menschen, die die Formel-Eins-Rennen und mit der Formel Eins zusammenhängende Veranstaltungen besuchen, das riesige Medieninteresse - man könnte sagen, dass sie den Höhepunkt des schnellen Lebens symbolisiert. Diese Eigenschaften passen perfekt zu meiner Philosophie von einer Fluggesellschaft. Für mich dreht es sich bei einer Fluggesellschaft nicht um preiswerte Tickets, sondern um die Freude am Fliegen. Ich möchte zu den Tagen zurückkehren, als Reisen noch Luxus war. Ich möchte es nicht als eine sehr grundlegende Verkehrsindustrie sehen, die den Komfort der Passagiere vollkommen außer Acht lässt. Dies ist der Grund dafür, dass wir bei Kingfisher Airlines alle, die mit uns Fliegen, Gäste nennen. Wir möchten, dass sie die Erfahrung mit Kingfisher genießen

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