Gusenbauer und Kranzl präsentieren Innovationsoffensive für KMU

Gusenbauer: "Österreich muss von Technologienehmer zu Technologiegeber werden" - Kranzl: "Forschung schafft Arbeit"

Wien (SK) - Bundeskanzler Alfred Gusnebauer und Forschungsstaatssekretärin Christa Kranzl haben heute die Innovationsoffensive für KMU "Forschung schafft Arbeit" präsentiert. Beide betonten dabei den zentralen Stellenwert, den der Bereich Forschung und Entwicklung für den heimischen Arbeitsmarkt hat. Gusenbauer unterstrich, dass Österreich "von einem Technologienehmer zu einem Technologiegeber" werden muss. "Nur dann haben wir die Chance, unsere Position im internationalen Wettbewerb und auch in der internationalen Arbeitsteilung zu halten", hielt der Bundeskanzler fest. ****

Gusenbauer wies darauf hin, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Leistungsfähigkeit, dem Wachstum einer Wirtschaft und den Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Je höher entwickelt eine Wirtschaft sei, umso bedeutender seien die Investitionen in F&E. Österreich, dass heute zu den führenden Nationen in Europa gehöre, müsse sich daher ganz anderen Herausforderungen stellen als noch vor einigen Jahrzehnten. Es gebe viel mehr internationalen Wettbewerb, Forschung habe immer stärker eine europäische Dimension, und die Entwicklung im Bereich F&E erfolge in einem immer dynamischeren Umfeld.

Wichtig aus heimischer Sicht sei, dass die Finanzierung zu zwei Drittel durch private Investoren und zu einem Drittel durch die öffentliche Hand übernommen wird. Von dieser Vorgabe sei Österreich noch weit entfernt. Um allerdings die Forschungsquote bis 2010 auf drei Prozent zu erhöhen, müsse diese Zielsetzung erfüllt werden, so Gusenbauer.

Aufgrund der österreichischen Unternehmensstruktur sei es notwendig, die Forschungsausgaben vor allem auf die kleinen und mittleren Unternehmen zu fokussieren. "Die KMU sind das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Daher müssen wir für diese Betriebe Anreize schaffen, in F&E zu investieren", so der Bundeskanzler.

Österreich müsse sich klar sein, dass die "Luft an der Spitze immer dünner wird", hielt der Bundeskanzler fest.
"Österreich war über Jahrzehnte ein Technologienehmer. Technologien, die in Deutschland oder anderen Teilen Europas und der Welt entwickelt wurden, wurden in Österreich in einer besonders sinnvollen Art und Weise angewandt. "Bei dem Niveau, das wir in der Zwischenzeit erreicht haben, ist diese Strategie nicht mehr möglich", unterstrich der Kanzler. Österreich müsse also von einem Technologienehmer zu einem Technologiegeber werden. Denn nur dann könne Österreich seine internationale Position halten bzw. noch verbessern.

Aus Sicht von Forschungsstaatsekretärin Kranzl geht der Weg Österreichs in die richtige Richtung. Bis 2010 seien 800 Mio. Euro an budgetären Mitteln für F&E vorgesehen. "Wir wissen, dass die Großunternehmen bei den Investitionen sehr gut unterwegs sind. Allerdings müssen aufgrund der heimischen Struktur die KMU viel stärker partizipieren können."

Derzeit würden die Innovationspotenziale von klein- und mittelständischen Unternehmen noch zu wenig genutzt. "Rund 2.000 KMU können - durch die richtigen Maßnahmen - in das österreichische Fördersystem zusätzlich einbezogen werden", erklärte Kranzl. In Summe seien im Haushalt des Infrastrukturministeriums daher für 2007/08 22 Mio. Euro für die KMU-Initiative "Forschung schafft Arbeit" reserviert. Laut WIFO-Weißbuch steige die Beschäftigung bei zusätzlichen Forschungsausgaben von 1 Mrd. Euro bis 2010 um 14.000 neue Jobs, führte Kranzl aus. Der langfristige Wachstumseffekt liegt für F&E bei 0,2 Prozent pro Jahr.

Ziel der Innovationsinitiative "Forschung schafft Arbeit" sei die Heranführung traditioneller KMUs an moderne Forschung und Technologieentwicklung durch Kooperationen mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Österreich, erläuterte die Staatssekretärin. "Forschung schafft Arbeit" beruht auf einem Bündel von Maßnahmen, die gemeinsam mit der Forschungs-Förderungsgesellschaft (FFG) und der "Forschung Austria" umgesetzt werden."

Kernelemente dabei werden unter anderem eine Beratungskampagne, die über die umfassenden Fördermöglichkeiten vor Ort informiert, sowie der "Innovationsscheck Österreich", der als Einsteigerprogramm Anreize für KMU schafft, damit diese optimal in den Forschungsprozess integriert werden können.

Für den Innovationsscheck seien fünf Millionen Euro in den nächsten beiden Jahren reserviert. "Das ist das Einsteigerprogramm, bei welchem 5.000 Euro für Analysen, Beratungen, Studien und Projektentwicklung umgesetzt werden können", erklärte Kranzl. Der Staatssekretärin ist insbesondere der "vielfältige Ansatz des Innovationsschecks" wichtig. Weitere wesentliche Bestandteile des Programms bilden Start-up Förderungen, bei denen jungen Unternehmen eine Projektfinanzierung von bis zu 70 Prozent gewährt wird, sowie "seed-Finanzierung"-Neu, mit dem innovative Neugründungen im High-tech-Bereich gefördert werden können. (Schluss) ps

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0006