- 16.07.2007, 16:00:00
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"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: "Erschreckend sorglos"
Spekulieren gehört zum Bankgeschäft - aber sicher nicht so wie die Bawag.
Wien (OTS) - Als "hochriskante Wetten auf Währungen" bezeichnete
Staatsanwalt Krakow die spekulativen "Karibikgeschäfte" der Bawag.
Wenn das Untreue ist, dann stehen viele Banker mit einem Bein im
Kriminal, denn diese Art von Geschäft wird jeden Tag in jeder
größeren Bank gemacht. Das völlig irre dabei ist vielmehr, dass die
Bawag Flöttl junior erlaubt hat, das ganze Geld auf eine einzige
Karte zu setzen - und folgerichtig zu verlieren. Und dass es so
gut wie keine Aufzeichnungen gibt. Im Bankenausschuss stellte ein
Mitarbeiter der Finanzmarktaufsicht fest, dass Flöttl im Juli 2006
den Verlust von 170 Millionen Dollar nicht belegen konnte.
Im ÖGB mutmaßen viele, dass nicht das gesamte Kapital
verspekuliert wurde, sondern dass die Bank auch Abzockern aufgesessen
ist. Das ist nicht von der Hand zu weisen, der Prozess wird darüber
aber keine Klarheit bringen. Wirklich klar an der Sache ist nur der
Geschädigte: Das ist der ÖGB, der sein gesamtes Vermögen verlor.
Steuerzahler und Bankkunden kamen - dank umfangreicher
Rettungsmaßnahmen - nicht zu Schaden. Elsner und Mitbeklagte können
dafür nichts. Sie haben mit einer Sorglosigkeit gewirtschaftet, dass
einem auch im nachhinein noch der Mund offen bleibt.
Rückfragehinweis:
KURIER
Ressort Wirtschaft
Tel: 0043-1/52100-2638
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