Brennertunnel: Einseitige Anti-Lkw-Argumentation greift zu kurz

Wirtschaft begrüßt wichtige verkehrspolitische Weichenstellung - Vernetzung der Verkehrsströme benötigt jedoch faire Behandlung von Straße und Schiene

Wien (PWK515) - Das Kooperationsabkommen über die Errichtung des Brenner-Basistunnels zwischen Österreich, Italien und Deutschland ist ein erfreuliches länderübergreifendes Bekenntnis zum europäischen Infrastrukturausbau. Angesichts der wachsenden internationalen Verflechtung des Güter- und Personenverkehrs sind leistungsfähige Verkehrswege eine unverzichtbare Voraussetzung für Wohlstand und Wirtschaftswachstum, erklärt der Geschäftsführer der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ, Erik Wolf. "Mobilität ist in einer arbeitsteiligen und schnelllebigen Zeit wichtiger denn je. Infrastrukturverzicht bedeutet letztlich auch Produktions- und Konsumverzicht".

Im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung des Brenner-Basistunnels sei es jedoch nicht gerechtfertigt, einseitig die Straße zu verteufeln. Die Argumentationen, nur eine Verteuerung des Lkw-Verkehrs - beispielsweise durch Verdoppelung der Maut, wie von Verkehrsminister Werner Faymann angeschnitten - mache die Schiene attraktiver, greife zu kurz, betont Wolf. Die Infrastrukturfinanzierung dürfe nicht allein auf dem Rücken des Lkws ausgetragen werden.

Die österreichische Maut wurde zuletzt mit 1. Juli 2007 angehoben und bewegt sich in Europa am obersten Limit. Weitere Erhöhungen des Road-Pricings schaden dem Wirtschaftsstandort Österreich.

Für eine optimale Leistungserfüllung kann die Schiene nicht alleine sorgen, sondern nur gemeinsam mit Straße, Luftfahrt oder Wasserstraßen. Vielmehr müssen sämtliche Verkehrsträger ihre Stärken gemeinsam nutzen und ihre Attraktivität an die Erfordernisse der Kunden und Wirtschaft anpassen. "Die Straße wird auch weiterhin das Rückgrat des Gesamtverkehrssystems bilden. Immerhin sind die Österreicher Besitzer von 4 Millionen Pkws und im Güterverkehr müsse die ´letzte Meile` der Beförderung in der Regel immer noch mit dem Lkw erbracht werden", fasst Wolf zusammen. (hp)

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