Schifffahrt drängt auf Donauausbau in Bayern

Bollmann: "Entscheidung zur Engstelle in Bayern muss zur Chefsache werden" - "Verzögerung kostet Millionen"

Wien (PWK513) - Für den Donauausbau in Bayern zwischen Straubing und Vilshofen ist nach Ansicht der heimischen Schifffahrt eine rasche Entscheidung nötig. Die Wirtschaft fordert vom deutschen Verkehrsminister, diese Entscheidung "zur Chefsache zu machen".

Für die Binnenschifffahrt sei der Fluss-Abschnitt zwischen Nordsee und dem Schwarzen Meer ein enormer Engpass. "Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschiffe erheblich eingeschränkt. Die Einbußen fürs Gewerbe durch Pegelschwankungen liegen jährlich bei 20 Millionen Euro", hebt der Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich, Harald Bollmann, hervor.

Mit der geplanten Beseitigung des Engpasses auf der Donau östlich von Wien werde ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Leistungsfähigkeit der Binnenschifffahrt gesetzt. Diesem Beispiel sollte, so Bollmann, unser Nachbar folgen, denn für jeden Dezimeter Abladetiefe gewinne man hundert Tonnen an zusätzlichem Frachtvolumen. Der Beseitigung des Donau-Flaschenhalses zwischen Straubing und Vilshofen komme daher hohe Priorität zu. Erst die Überwindung dieses rund 70 km langen Engpasses auf der Rhein-Main-Donau-Route ermögliche eine zügige Verlagerung eines großen Teils des Frachtverkehrs von der Straße auf die Wasserstraße. Damit könnte man dem Ziel einer nachhaltigen Verkehrsverlagerung in den Donau-Korridor tatsächlich näherkommen.

Die Verzögerung bei der Beseitigung des Engpasses kostet dem Binnenschifffahrtsgewerbe, den Binnenhäfen und der verladenden Wirtschaft jeden Tag bares Geld. Es reduziert die Attraktivität der Wasserstrasse als verlässlicher Transportweg", weist Bollmann auf die Dringlichkeit des Vorhabens hin. Ein flussbauliches Gesamtprojekt mit flussregelnden Maßnahmen in Kombination mit einer Staustufe (sog. "Variante C/C2,80") würde die Befahrbarkeit dieses Streckenabschnittes mit einer Abladetiefe von mindestens 2,50 Metern an 220 bzw. 290 Tagen im Jahr gewährleisten. Das Projekt wurde bereits vor über einem Jahr von den lokalen Behörden positiv beurteilt.

"Transport ist kein Selbstzweck und der Donauraum ist ein wirklicher Zukunftsmarkt", fasst Bollmann zusammen: Entlang der Rhein-Main-Donau-Wasserstraße liegen bedeutende nationale und internationale Wirtschaftszentren, 220 Millionen Menschen leben in ihrem Einzugsbereich. Mit der wirtschaftlichen Weiterentwicklung der mittelosteuropäischen Staaten und deren Integration in die EU werden die Güterströme auf dieser Ost-West-Achse enorm zunehmen.

"Es wäre eine verhängnisvolle politische Kurzsichtigkeit in wirtschaftlicher, ökologischer und kultureller Hinsicht, würde man dieses Geschenk der Natur - einen Fluss, der keine Grenzen kennt -nicht auch als Wasserstraße nachhaltig nutzen. Es ist eine besondere Pikanterie, dass das entscheidende Nadelöhr ausgerechnet im High-Tech-Land Bayern liegt", appelliert der Branchensprecher an die Politik, den Donauausbau endlich zügig voranzutreiben. (hp)

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