Gusenbauer zu Brennerbasistunnel: Großer Schritt für Umweltschutz, Österreich und Europa

Faymann: Mit BBT wird Kapazität für Verlagerung auf die Schiene verdreifacht

Wien (SK) - "Es ist ein erfreulicher Tag und ein großer Schritt nach vorne für den Umweltschutz, für Österreich und für Europa", stellte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz im Anschluss an den Internationalen Verkehrsgipfel mit dem italienischen Verkehrsminister Di Pietro, dem deutschen Verkehrsminister Tiefensee, Außenministerin Plassnik, den europäischen TEN-Koordinatoren Van Miert und Balazs und den Landeshauptleuten von Tirol, Südtirol und Trentino fest. Geeinigt haben sich alle Beteiligten auf eine volle Unterstützung des Brennerbasistunnels und die entsprechende Finanzierung des Tunnels, der für eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene von größter Bedeutung ist. "Wer nicht nur gegen die Transitlawine reden möchte, sondern auch etwas unternehmen möchte, muss die Kapazität auf der Schiene ausbauen. Heute könnten wir 600.000 LKW pro Jahr auf die Schiene bringen, wenn der Brennerbasistunnel fertig ist, dann können wir 1,8 Millionen LKW verlagern. Wir verdreifachen die Kapazität und das ist die Voraussetzung für die Verlagerung von der Straße auf die Schiene", stellte Verkehrsminister Werner Faymann fest. ****

Faymann dankte auch den Landeshauptleuten der betroffenen Regionen, die nicht müde geworden seien, auf die Belastung durch den Transit hinzuweisen. "Und ein ganz besonderer Dank gilt auch Karel van Miert, der vor wenigen Minuten den wichtigen Satz gesagt hat, dass er unser gemeinsames Förderansuchen in der EU empfehlen wird", so Faymann.

Für Österreich ist der Bau des Brennerbasistunnels wegen der Transitbelastung von großer Bedeutung, hielt Gusenbauer fest. "Für die Verlagerung des Transitverkehrs von der Straße auf die Schiene brauchen wir den Brenner-Tunnel. Ein solcher Streckenausbau muss aber auch durch eine veränderte Verkehrspolitik der EU begleitet werden." Denn bei der neuen Wegekostenrichtlinie müsse eine "faire Chance für die Schiene" geschaffen werden. "Parallel zu den Bauvorhaben braucht es auch eine Veränderung der Politik mit einer Internalisierung der Kosten", erklärte Gusenbauer. Nur ein solcher Wechsel der Politik bei der Wegekostenrichtlinie werde für einen fairen Wettbewerb der Schiene mit der Straße sorgen.

Mit dem Brennerbasistunnel werde ein großes Projekt angegangen, das auch für das transeuropäische Netz von Skandinavien bis Palermo von größter Bedeutung sei. Immerhin werde die Fahrzeit von Innsbruck bis Bozen von zwei Stunden auf 50 Minuten reduziert.

Bei veranschlagten Kosten von sechs Milliarden Euro soll die Union 30 Prozent übernehmen. "Ich werde mich in Brüssel dafür einsetzen, dass es zu einer finanziell maximalen Unterstützung kommt", so der zuständige TEN-Koordinator van Miert. Die Finanzierung des gesamten Projekts wird also zu einem Drittel von Italien, zu einem Drittel von Österreich und zu einem Drittel von der EU übernommen werden. Österreichs zwei Milliarden sollen zu 50 Prozent aus einer Sondermautregelung kommen. "Damit leisten die LKW einen Beitrag dazu, dass der Verkehr auf die Schiene verlagert werden kann", erklärte Faymann.

Denn nun sei das Projekt so weit fortgeschritten und präzisiert, dass sowohl das Engagement von Österreich und Italien für den Bau gegeben sei und sich Deutschland für den Ausbau der Zulaufstrecken zeitgerecht einsetze. Baubeginn für den Brennerbasistunnel soll 2009/10 sein.

Ein zweites Projekt, über das mit dem deutschen Verkehrsminister eine Einigung erzielt wurde, war der Ausbau der Bahnstrecke von Salzburg bis Freilassing. Dieses Projekt ist für das Europäische Netzwerk von Paris bis Bratislava von großer Bedeutung. (Schluss) js

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