Minister unterzeichnen Vertrag für drittes Gleis Salzburg-Freilassing

Burgstaller: Alte Grenzen wurden nun auch beim Nahverkehr endgültig überwunden

Salzburg (OTS) - Die bereits in ihren ersten Ausbaustufen sehr erfolgreiche S-Bahn im Salzburger Zentralraum wird nun definitiv nicht mit einem Prellbock an der Saalachgrenze enden. Denn heute, Dienstag, 10. Juli, wird in Wien von Verkehrsminister Werner Faymann und seinem deutschen Amtskollegen, Bundesminister Wolfgang Tiefensee, der Bau des dritten Gleises auch auf deutscher Seite bis Freilassing durch eine Vertragsunterzeichnung am Rande von Verhandlungen über den Brenner-Basistunnel endgültig besiegelt.

Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller, in ihrer Zeit als Verkehrsreferentin selber intensiv um Fortschritte auf deutscher bzw. bayerischer Seite beim S-Bahn-Ausbau bemüht, verwies an-lässlich dieses Vertragsabschlusses auf die enorme Bedeutung eines attraktiven öffentlichen Nahverkehrs in einem von Überlastungstendenzen im Individualverkehr gekennzeichneten Salzburger Zentralraum. Dies werde dem weiteren Zusammenwachsen im Einzugsgebiet des - raumordnerisch gesehen - "Oberzentrums" Salzburg diesseits und jenseits der Staatsgrenze einen weiteren Schub verleihen. Die Bauarbeiten am Westast der S-Bahn auf Salzburger Seite sind ja bereits voll im Gange und sollen bis 2008/2009 abgeschlossen sein. Allein die Inbetriebnahme der Haltestelle "Europark" in Taxham habe durch die enorme Inanspruchnahme aus beiden Richtungen bereits gezeigt, was ein moderner, kundengerechter Nahverkehr "bewegen" könne, so die Landeshauptfrau. "In einer Zeit, in der die Mobilitätsströme längst grenzenlos geworden sind, ist es geradezu selbstverständlich, dass auch in der Nahverkehrsplanung alte Grenzen endgültig beseitigt werden. Das glückliche Ende einer scheinbar endlosen Geschichte rund um das dritte Gleis auf deutscher Seite kommt genau zur rechten Zeit".

Die Baumaßnahmen auf deutscher Seite umfassen ein Volumen von mehr als 30 Millionen Euro. Der beträchtliche Aufwand für die kaum einen Kilometer lange Strecke ergibt sich aus einer Reihe von Brückenbauwerken - an der Adaptierung der Saalachbrücke mit einem Volumen von sieben Millionen Euro ist Österreich mit einem Anteil von 60 Prozent beteiligt -, aus Erfordernissen des Naturschutzes und aus den notwendigen Umbauten im Bereich des Bahnhofes Freilassing.

Die Landeshauptfrau verwies anlässlich der Vertragsunterzeichnung auch darauf, dass der Gleisabschnitt Freilassing-Salzburg Teil der "Magistrale für Europa", also der Hochleistungs-Bahnverbindung im Personenverkehr zwischen Paris und Bratislava sei. Sie verband ihren Dank an die beiden Verkehrsminister mit dem Appell, den Anschub durch das dritte Gleis zu nutzen und die Einstufung dieser Strecke durch die EU als "prioritäres TEN-Projekt" rasch in die aktuellen Investitionspläne einfließen zu lassen. Dabei geht es in erster Linie um den Ausbau der Transeuropäischen Hochleistungsnetze als Alternative zu Autobahn und Flugzeug, nicht zuletzt aber auch um das Lukrieren der in Aussicht stehenden beträchtlichen Kofinanzierungsgelder der EU. Es gehe nicht an, dass der Ausbau der Hochleistungs-Infrastruktur zwischen Linz und München auf das Abstellgleis geschoben werde. Eine Bahnstrecke aus der Kaiserzeit sei eine schwere Hypothek für den grenzüberschreitend gedachten Salzburger Zentralraum im internationalen Standortwettbewerb, so die Landeshauptfrau. Für Deutschland forderte Burgstaller daher konsequent eine Vorreihung des Streckenausbaues München-Mühldorf-Freilassing im Bundesverkehrswegeplan, für Österreich eine Modifizierung des Rahmenplanes durch Hineinnehmen der erforderlichen Gelder für die Einreichplanung des Hochleistungsabschnittes Salzburg-Straßwalchen.

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