WGKK: Richtige Abrechnung ist Ärzten zumutbar

Der Großteil der Vertragsärzte hat kein Abrechnungsproblem - Standesvertretung lässt sich vor den Karren weniger chronischer "Falschabrechner" spannen

Wien (OTS) - Der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) wurden für das 1. Quartal 2007 von ca. 1800 Vertragspartnern rund 1.6 Mio. Patientenfälle zur Honorierung vorgelegt. Davon waren 8.600 nicht korrekt. Das entspricht einem Anteil von 0,5 Prozent. Eine Analyse dieser fehlerhaften Abrechnungen hat ergeben, dass rund 7.000 davon von den Ärzten irrtümlich an die WGKK gerichtet wurden, da tatsächlich andere Versicherungsträger (z.B. für Gewerbetreibende, Beamte, etc.) leistungszuständig waren. Beim verbleibenden Rest von ca. 0,06 Prozent der abgerechneten Fälle wurde die Versicherungsnummer nicht eingetragen, oder das Datum der Leistungserbringung falsch angegeben (weit außerhalb des Abrechnungsquartales). Die Zahl der Fälle wo der Kasse Abrechnungen für Nichtversicherte vorgelegt wurden, ist verschwindend gering.

Hoch qualifizierte Akademiker sollten in der Lage sein, ihre Rechnungen richtig zu Adressieren. Schließlich erhalten die 1.800 Vertragsärzte jedes Jahr rund 360.000.000 Euro an Honoraren, da ist es nicht zuviel verlangt, korrekt und sorgfältig Abrechnungen zu legen. Wenn Rechnungen etwa statt zur SVA der gewerblichen Wirtschaft fälschlich an die WGKK gerichtet werden, so liegt das am Irrtum oder der Schlamperei des Arztes und nicht an der Gebietskrankenkasse. "Wenn ich für einen Bäcker eine Leistung erbracht habe, schicke ich die Rechnung ja auch nicht an den Installateur" konstatiert Kassenobmann Bittner. "Sollte die Ärztekammer meinen, das Beitragsgeld der Versicherten sollte gleich direkt auf die Ärztekonten umgeleitet werden und Rechnungen seien überhaupt verzichtbar weil bloß 'Bürokratie', dann sage ich, die Kasse kein Selbstbedienungsladen! Es zeugt von ziemlicher Überheblichkeit, wenn die Standesvertretung glaubt, ordnungsgemäße Rechnungslegung gilt für alle nur nicht für Ärzte" so Bittner weiter.

Die Ärztekammer hat überhaupt keinen Grund sich in Sachen Abrechnung aufzuregen, da die WGKK den Vertragsärzten im Vergangenen Jahr kulanter Weise jedes Quartal rund 1 Mio. Euro an Honoraren angewiesen hat, obwohl die dazugehörigen Abrechnungen nicht Regel-und Vertragskonform waren. Um den Ärzten eine Lernphase zu ermöglichen, wurden keine Honorarabzüge vorgenommen sondern zwei Quartale lang so genannte "Differenzprotokolle" verschickt, um den Vertragspartnern einen Vergleich zwischen richtiger und fehlerhafter Abrechnung zu ermöglichen.

"Vor dem Hintergrund dieser Tatsachen das mehr als korrekte Verhalten der WGKK zu skandalisieren zeugt von einer nicht zu überbietenden Realitätsferne einiger Standesvertreter" so Obmann Bittner abschließend.

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