Schwierige Situation für die österreichische Sägeindustrie

Wien (PWK512) - Auf Grund der positiven Wirtschaftslage, aber auch wegen der stark nach oben revidierten Holzmengen aus dem Windwurf Kyrill, hat die österreichische Sägeindustrie im 1. Halbjahr 2007 die Produktion stark gesteigert.

Die erhöhte Produktion im 1. Quartal konnte auf den angestammten Absatzmärkten nicht zur Gänze abgesetzt werden. Die Vorratslager für Rund- und Schnittholz wurden daher markant ausgebaut und auch die Lager bei in- und ausländischen Kunden sind stark angewachsen.

Der milde Winter führte zum bekannten Überangebot am Bioenergiemarkt, wodurch die Restholzmärkte unter starken Druck geraten sind. Die Papier- und Plattenindustrie hat bis Juni 2007 die Hackgutpreise um ca. 30 % gesenkt und damit das Preisniveau vom Herbst 2006 bereits deutlich unterschritten. Die Sägespänepreise wurden gegenüber dem Spitzenniveau um bis zu 50 % gesenkt. Die Rücknahme der Restholzpreise wirkt sich bei der Kalkulation von Preisen für Sägerundholz mit ca. 9 Euro/Festmeter aus.

Für das 2. Halbjahr 2007 beobachtet die österreichische Sägeindustrie eine Normalisierung im Bereich der Pelletierung. Im Hinblick auf weitere Ausbaupläne der Pelletsproduktion und im Ökostrombereich auf novellierter Basis, wird eine aktualisierte Mengenbudgetierung der nachhaltig verfügbaren Biomasse notwendig sein.

Die Schnittholzmärkte, die noch im 1. Quartal 2007 Rekordmengen aufgenommen haben, stehen unter dem Zeichen einer deutlichen Veränderung. So sind in Deutschland die erwarteten Hausbaubeginne stark eingebrochen und auch Italien verzeichnet einen deutlichen Rückgang bei den Neubauten. Der japanische Markt zeigt ebenfalls Sättigungstendenzen.

Im 2. Halbjahr 2007 ist daher ein schleppender Absatz zu erwarten. Die Märkte für verminderte Qualitäten sind teilweise gesättigt. Eine Belebung vor allem der arabischen Märkte wird nicht vor Mitte Oktober 2007 (nach Ramadan) erwartet.

Der absehbare Frischholzbedarf ist nach derzeitiger Umfrage bei der österreichischen Sägeindustrie nicht gedeckt. Der Einschlag von Frischholz ist in den letzten Monaten regional zum Erliegen gekommen. In Österreich fehlende Mengen werden aus anderen Quellen beschafft werden müssen.

Extreme Schwierigkeiten werden derzeit von der An- und Auslieferung mittels Waggons gemeldet. Die österreichische Bundesbahn ist derzeit nicht in der Lage, die nötigen Transportkapazitäten zur Verfügung zu stellen. Dieser nicht erwartete Mangel auf der Schiene kann aus heutiger Sicht zu ernsthaften Versorgungsproblemen im 2. Halbjahr führen.

Der verantwortungsvolle Umgang zwischen den Marktpartnern im nächsten halben Jahr wird entscheidend sein, ob diese Herausforderung gemeinsam bewältigt werden kann. (us)

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