Brosz: Zu bezahlendes Vorschulpflichtjahr widerspricht verankerter Schulgeldfreiheit

Grüne: Frühförderung muss es für alle Kinder geben

Wien (OTS) - "ÖVP und SPÖ haben im Rahmen der Änderungen bei der Zweidrittelmehrheit die Schulgeldfreiheit im Verfassungsrang verankert. Ein verpflichtendes und kostenpflichtiges Vorschuljahr für MigrantInnen steht in offenem Widerspruch zur Schulgeldfreiheit und ist verfassungsrechtlich äußerst bedenklich. Es ist mehr als fraglich, ob diese Regelung vor dem Verfassungsgerichtshof halten würde", so der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz.

"Die SPÖ hat eine kostenloses Vorschuljahr für alle versprochen. Wenn stimmt, was Wissenschaftsminister Hahn verkündet hat, kommt stattdessen ein kostenpflichtiges Jahr für MigrantInnen. Die SPÖ droht wieder einmal umzufallen", so Brosz.

"Entgegen allen bildungswissenschaftlichen Erkenntnissen wird hier eine Regelung vorbereitet, die Frühförderung ausschließlich bei MigrantInnen für notwendig erachtet. Viele Studien haben gezeigt, dass es auch bei Kindern mit deutscher Muttersprache sehr große Unterschiede beim Schuleintritt gibt. Kinder aus bildungsfernen Schichten haben nur dann annähernd gleiche Chancen, wenn sie eine qualitativ hochwertige Frühförderung durch ausgebildete PädagogInnen erhalten. Für den Spracherwerb ist ein Jahr zu wenig. Es muss das Ziel sein, dass alle Kinder möglichst lange einen Kindergarten besuchen", so Brosz.

"Die Grünen bleiben bei Ihrem Vorschlag nach einer verpflichtenden und kostenlosen Kindergartenkernzeit von 12 Wochenstunden für alle Kinder ab dem vollendeten 3. Lebensjahr. Damit wäre eine ausreichende Frühförderung gewährleistet", so Brosz.

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