Kindergartenjahr für alle: Frühförderung für Kinder aus ärmeren Familien!

Wenn Kindergarten verpflichtend ist, dann darf er auch nichts kosten. Am besten für alle. Keine Defizitpädagogik, keine Testbatterien und keine Sondergruppen.

Wien (OTS) - "Frühförderung betrifft nicht nur Kinder mit Bedarf an Sprachunterstützung, sondern allgemein Kinder aus sozial schwächeren Elternhäusern. Bei den 4- bis 6 Jährigen gehen Kinder armutsgefährdeter Eltern deutlich weniger in den Kindergarten (57%) als nicht-arme Kinder (75%).", verweist die Armutskonferenz auf aktuelle Erkenntnisse der Armutsforschung. "Weiters kommen von denjenigen, die beim Lesen am schlechtesten abschneiden, mehr als zwei Drittel aus deutschsprachigen, österreichischen Familien."

"Deshalb entspricht ein Vorschuljahr "nur für Deutschlerner" nicht den international erfolgreichen Beispielen einer Frühförderung für alle mit allen. In den Ländern, in denen die Aufstiegschancen für Kinder unabhängig ihrer Herkunft besser gewährleistet werden, wird vor allem die starke individuelle Förderung von Kindern in durchmischten Gruppen praktiziert.
Und die Vorschulförderung nicht "ethnisiert"., erläutert Sozialexperte Martin Schenk.

"Wenn aber Kindergarten bzw. Vorschule verpflichtend sind, dann dürfen sie auch nichts kosten. Wenn Sprachförderung im Mittelpunkt steht, dann muss die Schuleinschreibungsphase professionalisiert und individuelle Sprachförderpläne erarbeitet werden, dafür sind die Volksschuldirektoren nicht gerüstet."

"Wir hoffen, dass das Kindergartenjahr nicht auf Defizitpädagogik, Testbatterien für 4jährige Knirpse und Sondergruppen baut, sondern auf die Fähigkeiten der Kinder setzt, Selbstbewusstsein fördert und professionell individuelle Sprachförderpläne erarbeitet wie beispielsweise im Modell Greenwood Center in Kanada."

"Jetzt hätten wir die Chance, mit einfachen Maßnahmen die Vererbung von Armut zu vermindern. Dafür muss man wirklich nicht das schlechteste aller Frühförderungsmodelle nehmen, dafür brauchen wir das beste.", so das österreichische Anti-Armutsnetzwerk abschließend.

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