Umfrage: Österreicher wollen Klimaschutz-Europameister werden

Greenpeace: Regierung muss Klausur als Anpfiff für ambitionierten Klimaschutz nützen

Wien/Eisenstadt (OTS) - Die Österreicher setzen hohe Erwartungen
in das von Bundeskanzler Gusenbauer angekündigte Umwelt- und Energiepaket, das im Rahmen der zweitägigen Regierungsklausur in Eisenstadt verabschiedet werden soll. 85 Prozent der Österreicher sprechen sich für eine Vorreiterrolle Österreichs in der europäischen Klimaschutzpolitik aus. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen, von Greenpeace in Auftrag gegebenen ISMA - Umfrage unter 500 Personen. "Die Österreicher wollen eine ambitionierte Klimapolitik und wollen, dass ihr Land um den Titel des Klimaschutzeuropameisters mitspielt anstatt irgendwo in der unteren Tabellenhälfte herumzukrebsen. Bundeskanzler Gusenbauer kann die Regierungsklausur nützen, um den Auftrag der Österreicher anzunehmen und als spielstarker Kapitän Österreich an die Europäische Spitze im Klimaschutz heranzuführen", meint Bernhard Obermayr, Klimaexperte von Greenpeace.

Österreich, das jahrelang in vielen Bereichen der Umweltpolitik als Musterland galt, rangiert inzwischen im europäischen Vergleich bei vielen Klimaschutzfaktoren nur mehr im unteren Mittelfeld. Das ist den Österreichern aber zu wenig, sie wollen um die europäische Spitze mitspielen. Bei der Frage wie weit die Klimaschutzpolitik in Österreich gehen soll, fordern 71 Prozent der Befragten, dass mindestens dieselben Ziele wie von Ländern wie Schweden oder Norwegen angestrebt werden sollen. Während in diesen Staaten bereits weit über das Kyoto - Abkommen hinaus ambitionierte Klimaziele festgesetzt wurden, hinkt Österreich hinterher. "Österreich verschläft die aktuellen Entwicklungen im Klimaschutz. Etwa mit dem Ökostromgesetz hatte Österreich ein zukunftsweisendes politisches Instrument, das bis zur Verwässerung im Jahr 2006 in Europa als vorbildhaft eingestuft wurde. Den begangenen Fehler zu korrigieren und hier sofort ins Europäische Spitzenfeld zurückkehren, ist das mindeste was bei einer ambitionierten Klausur rauskommen muss", so Obermayr weiter.

Derzeit ist von allen EU - Staaten nur Spanien noch weiter von seinem Kyoto - Ziel entfernt als Österreich. Maßgeblich ist in Österreich dafür der Sektor Verkehr verantwortlich, der rund zwei Drittel des Anstiegs der CO2 - Emissionen ausmacht. Auch in diesem Bereich wollen die Österreicher mehr Klimaschutzmaßnahmen. So würden sich 75 Prozent der Befragten eine Koppelung des CO2 - Ausstoßes bei Autos an die Kfz - Steuer wünschen. Das bedeutet, dass die Steuern für sparsame Autos gesenkt und für Fahrzeuge mit hohem Spritverbraucht angehoben werden. Generell stehen die Österreicher einer CO2 - Besteuerung positiv gegenüber. Sollte die Einnahmen aus dieser CO2 - Steuern dem Klimaschutz zu Gute kommen, etwa in Form einer Vergünstigung des öffentlichen Verkehrs, begrüßen rund 72 Prozent eine solche Steuer.

Auf die Frage, wo die Klimaschutzpolitik ansetzen soll, sprachen sich 87 Prozent der Befragten für konkrete Maßnahmen im Inland aus, anstatt wie geplant Emissionsrechte aus dem Ausland anzukaufen. "Damit zeigen die Menschen in Österreich, dass sie der Regierung punkto Klimaschutzpolitik bereits weit voraus sind. Ein mutiges Ökostromgesetz, Wohnbaumaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, ein ambitionierter und verbindlicher Fahrplan zur Reduzierung der Treibhausgase - politische Schritte zum Klimaschutz gibt es viele. Nur gesetzt müssen sie endlich werden, nicht nur nebulös angekündigt. Mit dieser Unterstützung in der Bevölkerung und der guten Umwelttradition muss Österreich innerhalb kürzester Zeit Klimaschutzeuropameister werden. Alles andere wäre für unser Land blamabel", so Obermayr abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Greenpeace CEE

Bernhard Obermayr, Klimaexperte
Tel: +43 (0)664 490 49 86

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001