Liebling, schaltest du bitte das PROTEIN aus?

3. Platz beim Medienpreis für Biowissenschaftler/innen 2007

Wien (OTS) - Biowissenschaftler/innen aus der ganzen Welt
verfassten für einen Medienwettbewerb im Rahmen des FEBS2007 (Federation of European Biochemical Societies) Kongresses "Molecular Machines" Pressemeldungen über ihre Forschungsthemen.

Den 3. Platz belegte Oran Erster, Weizmann Institute of Science, Rehovot, ISRAEL, mit folgendem Pressetext:

Wissenschaftler am Weizmann Institute of Science haben eine allgemeine Methode entwickelt, um die Aktivität von praktisch jeder Art von Protein zu kontrollieren. Diese Methode könnte in verschiedenen Bereichen der Forschung, Industrie und Medizin zur Anwendung kommen.

Proteine sind die grundlegenden Elemente eines jeden lebenden Organismus. Ist die Funktionsweise von Proteinen gestört, kommt es zu Krankheiten. Die Forschung macht große Anstrengungen, die Funktionen von uncharakterisierten Proteinen aufzuklären, sowie auch die Aktivität von Proteinen, die am Ausbruch von Krebs und anderen Erkrankungen beteiligt sind, zu kontrollieren. Die meisten herkömmlichen Ansätze sind kompliziert und lassen sich nur auf eine begrenzte Zahl von Proteinen anwenden. Vor Kurzem ist es nun M. Liscovitch und Kollegen gelungen, eine allgemeine Methode zu entwickeln, wie mithilfe eines einzigartigen biologischen "Schalters" die Aktivität eines gegebenen Proteins kontrolliert werden könnte.

Dieser Schalter besteht aus der Kombination einer kurzen Aminosäuresequenz (Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine) mit einem kleinen Molekül. Diese beiden Komponenten besitzen die Eigenschaft, sich eng und spezifisch aneinander zu binden, vergleichbar einem Magneten und einem Stück Metall. Die genannte Methode besteht nun darin, die Sequenz genetisch an unterschiedlichen Stellen des untersuchten Proteins einzufügen und somit eine "Bibliothek" bearbeiteter Proteine zu erzeugen. Alle Proteine werden dann überprüft, um solche zu identifizieren, die bei Zugabe des kleinen Moleküls "ein-" oder "ausgeschaltet" werden. Diese könnten als "umschaltbare" Proteine betrachtet werden. Durch die Verwendung unterschiedlicher Konzentrationen des kleinen Moleküls kann die Wirkung graduell gestaltet werden, wie bei der Regelung der Lautstärke einer Stereoanlage.

Der Einsatz eines solchen "einstellbaren" Proteins könnte es Forschern ermöglichen, die biologische Funktion neu entdeckter Proteine zu untersuchen, die keinen spezifischen Inhibitor besitzen oder sich nicht auf andere Weise kontrollieren lassen. Diese Methode ließe sich auch für die Aktivierung und Deaktivierung von Proteinen in industriellen Anlagen oder in Biosensor-Systemen einsetzen.
In Zukunft könnten diese Proteine auch dazu genutzt werden, Krankheiten zu heilen und Probleme zu beheben, die durch die Fehlfunktion "natürlicher" Proteine verursacht wurden.

Rückfragen & Kontakt:

Oran Erster
Dep. of Biological regulation, Weizmann Institute of Science
POB 26, Rehovot, Israel

dialog<>gentechnik
Mag. Alexandra Seiringer
Tel.: (++43 1) 79044-4573
E-Mail: seiringer@dialog-gentechnik.at
http://www.dialog-gentechnik.at

APA-OTS Originaltext-Service GmbH
Christian Hart
Business Development Manager
Tel.: (++43 1) 36060-5320
E-Mail: christian.hart@apa.at
http://www.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KOP0004