LR Schmid: Einiges passiert, aber noch viel zu tun

Frauensituationsbericht zeigt Erfolge und Probleme

Bregenz (VLK) - "Es ist in den letzten Jahren einiges passiert, es gibt aber auch noch viel zu tun." So resümierte Landesrätin Greti Schmid die Ergebnisse des aktuellen Frauensituationsberichtes, der heute, Montag, im Landhaus präsentiert wurde. In Fortsetzung der Studien aus den Jahren 2000 und 2003 dokumentiert der Bericht erneut in ausführlicher und dennoch übersichtlicher Form die gesellschaftliche Stellung der Frauen in Vorarlberg.

In vielen Bereichen sind Veränderungen zugunsten der Frauen zu beobachten, erläuterte Autorin Susanne Feigl. So hat die Erwerbstätigenquote der Frauen in Vorarlberg nun den Österreichdurchschnitt (62 Prozent) erreicht. Der Frauenanteil an Universitätsabgängerinnen und -abgängern aus Vorarlberg ist seit 1997 von 38 auf 48 Prozent gestiegen und der Anteil von Schuldirektorinnen hat sich seit dem Schuljahr 1999/2000 mehr als verdoppelt, er stieg von 15,4 auf 32,7 Prozent. Nach Wien hat Vorarlberg den höchsten Anteil an Mandatarinnen im Landtag, 38,9 Prozent der Abgeordneten Frauen.

Auch in der Kinderbetreuung - ein Bereich, den Landesrätin Schmid hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für besonders wichtig hält - belegt der Frauensituationsbericht eine äußerst positive Entwicklung. Die Zahl der betreuten Schülerinnen und Schüler ist seit dem Jahr 2000 von 228 auf 5.617 gestiegen. "Es ist mein Bestreben, in der Kinder- und in der Schülerbetreuung auch zukünftig in Kooperation mit den Gemeinden bedarfsgerechte, flexible und qualitativ gute Angebote weiterzuentwickeln und weiter auszubauen", so Schmid.

Dennoch - auch das belegt der Bericht - sind Frauen immer noch Nachteilen ausgesetzt. So gibt es nach wie vor beträchtliche Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern. AK-Präsident Hubert Hämmerle: "Dafür verantwortlich sind vor allem traditionelle Rollenbilder, die Berufsorientierung junger Frauen sowie die vielfach fehlenden Rahmenbedingungen. Obwohl die Frauen in den letzten Jahren bei Qualifikation und Bildung aufgeholt haben, schlägt sich das im Erwerbsleben noch nicht entsprechend nieder. Alle Verantwortlichen sind daher aufgerufen, Maßnahmen zu setzen. Die Erwerbsquote von Frauen steht in direktem Zusammenhang mit Innovation, Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit."

Für ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer ist klar, dass nur dort, wo Frauen aktiv mitgestalten - sei es auf Betriebsratsebene, als AK-Kammerrätin, als Gemeinde- oder Landespolitikerin -langfristig die Rahmenbedingungen verbessert werden: "Daher gilt es noch mehr Frauen zu motivieren, im Beruf und in der Politik Verantwortung zu übernehmen. Bei der Beschäftigungssituation von Frauen in Vorarlberg fällt besonders der große Anteil von atypischen Beschäftigungsverhältnissen und der Teilzeitbeschäftigung auf. Auch hier sehe ich Aufklärungs- und Handlungsbedarf."

Erstmalig wurde in einem Frauensituationsbericht das Thema Migration in einem eigenen Kapitel behandelt. Ein wichtiger Schritt, wie die vorliegenden Daten zeigen: Kinder aus Migrantenfamilien haben deutlich geringere Bildungschancen. Sie sind in Sonderschulen über-, in höheren Schulen unterrepräsentiert. Ein vergleichsweise geringer Prozentsatz der Mädchen schließt an die Pflichtschule eine weiterführende Ausbildung an.

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