Neues Volksblatt: "rot und blau" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 7. Juli 2007

Linz (OTS) - Die U-Ausschüsse zu Jets und Banken sind erledigt,
von ihnen bleiben wird relativ wenig. Das intendierte Ziel, die ÖVP zu zwicken, ist - mit mehr oder weniger Getöse - letztlich verpufft. Und doch wird Österreich die Nachwirkungen dieser U-Ausschüsse abseits tagespolitischer Kurzfristigkeit noch länger spüren. Denn mit der rot-grün-blauen Achse in den U-Ausschüssen ist die Strache-FPÖ ein ganzes Stück weit aus dem rechts-rechten Isolationseck geholt worden. Wer hätte es etwa noch vor ein paar Monaten für möglich gehalten, dass Grün- und SP-Abgeordnete sich wie gestern gemeinsam für einen Recken wie Ewald Stadler mit Applaus begeistern können? Die mittelfristige SPÖ-Strategie, sich über die Ausschüsse neben den Grünen eine weitere, nämlich blaue, Koalitionsoption aufzubauen, wird jedenfalls viel nachhaltiger wirken als der sonstige Wirbel, der dadurch ausgelöst wurde. Auch Gusenbauers Milde gegenüber den seltsamen "Waldspielen" des jungen HC Strache ist ein Indiz. Die späte rot-schwarze Verständigung zur Beendigung der Ausschüsse bleibt da nur ein Moment der Unterbrechung. Der rot-blaue Annäherungsprozess ist eingeleitet und wird weitergehen.

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