Kunststoff-Beschläge für Fiaker: "Win-win-Situation" testen

Wien (Innere Stadt) - Der von Produzenten von Kunststoff-Hufeisen eingebrachte Vorschlag, die Fiaker in der Wiener City sollten auf Kunststoffbeschläge umsteigen, stößt auf so großes Interesse, dass die Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt,Ursula Stenzel einen diesbezüglichen Pilotversuch anregt und bereits Gespräche zur Klärung entsprechender Rahmenbedingungen entrierte. "Wenn der Einsatz von Kunststoff-Hufeisen zu einer ’Win-win-Situation’ führt, indem die Gelenke und Sehnen der Pferde plus die Straßenbeläge geschont werden, sollte alles daran gesetzt werden, diese Verbesserung auch in Wien zu realisieren", meinte Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel.

Ein Feldversuch bei den Fiakern in der City sollte klären, ob die auf dem Markt befindlichen Kunststoff-Hufeisen der Dauer-Belastung, der Pferde und Hufe in der Stadt ausgesetzt sind, tatsächlich gewachsen sind. Gespräche mit Produzenten solcher Kunststoff-Beschläge sind bereits vereinbart und sollen noch im Juli/August abgeschlossen werden. Ebenso wie das Einholen von Referenzen aus anderen europäischen Städten und aus Übersee, wo die "Plastik-Patscherln" bereits erfolgreich im Einsatz sind - wie z.B. in Montreal.

Einer der Produzenten, Michael Rohrmüller (Easywalker Europe AG), habe in ersten Gesprächen betont, dass die Kunststoff-Beschläge für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Pferde eindeutig Vorteile (Stoßdämpfung, keine Vibrationen auf hartem Boden usw.) bringen. Dazu komme, dass auch die Straßenbeläge weniger in Mitleidenschaft gezogen würden. Im Vergleich zum Reitsportbereich sei aber die Belastung der Extremitäten bei den Fiakern extrem hoch - müssten diese doch den ganzen Tag auf hartem Boden laufen. Auch die Belastung für die Beschläge sei daher eine besonders hohe, die derzeitige Nutzungsdauer von Beschlägen (ohne Stollen) liegt bei ca. 3 Wochen. Mit Stollen könnte diese Nutzungsdauer laut Rohrmüller auf bis zu 6 Wochen verlängert werden - was in etwa der Lebensdauer von Hufeisen entspräche.

Laut Bezirksvorsteherin Stenzel werde der Bezirk noch weitere Referenzen einholen und nach Klärung von Vorfragen einen Feldversuch in der Wiener Innenstadt entsprechend unterstützen.

Ausgangspunkt der Debatte war die Finanzierungsfrage der Fiaker-Routen in der City. Die dringendsten Reparaturen erfordern Geldmittel in der Höhe von rund 800.000 Euro (Dringlichkeitsstufe 1 und 2). Will man alle 20 Fiaker-Routen im 1. Bezirk sanieren, würden Kosten von 5 bis 6 Millionen Euro anfallen. Die Sanierung der Straßenbeläge wäre prinzipiell - zumindest in weiten Bereichen -jedes dritte Jahr erforderlich. Bei einem Netto-Budget von rund 3,8 Millionen Euro übersteigen die finanziellen Erfordernisse bei weitem die diesbezüglichen Möglichkeiten des Bezirkes.

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