APA-OTS Politikportalanalyse: Dabei sein ist alles

Innsbruck / Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (29. Juni bis 5. Juli 2007) sind die ersten drei Plätze unverändert:
Verteidigungsminister Norbert Darabos belegt Rang eins, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer findet sich auf Platz zwei, Vizekanzler Wilhelm Molterer auf Rang drei.

Mit dem nächsten Kapitel in der Causa Eurofighter setzt sich Verteidigungsminister Norbert Darabos mit 632 Nennungen erneut an die Spitze des Rankings. Der Untersuchungsausschuss kritisiert den Vergleich, den Darabos in der Vorwoche mit der Eurofighter GmbH geschlossen hatte (15 anstatt der ursprünglich vorgesehenen 18 Flieger). Ein Rechtsgutachten des Ausschusses urteilt nämlich, dass ein Vollausstieg unter Umständen möglich gewesen wäre. Die drei Juristen kommen im Gutachten zum Schluss, dass es zwar "gute Gründe für einen berechtigten Rücktritt" gäbe, dass aber auch ein "nicht zu vernachlässigendes Prozessrisiko" bestehen würde. Scharfe Kritik kommt auch von der Opposition: Die Grünen und das BZÖ kündigten an, einen Misstrauensantrag der FPÖ gegen den Verteidigungsminister zu unterstützen. Die FPÖ begründet den Misstrauensantrag mit dem "glatten Wahlbetrug der SPÖ" und der "Missachtung des Parlaments" in Sachen Eurofighter. Ausschussvorsitzender Peter Pilz (Rang neun, 162 Nennungen) dazu: "Den hat er sich verdient wie kein anderer."

Ein weiteres dominierendes Thema in der aktuellen Untersuchungswoche ist die Bewerbung Salzburgs für die olympischen Winterspiele 2014. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (Rang zwei, 546 Nennungen) führte die österreichische Delegation bei der Vergabe in Guatemala an. Laut Gusenbauer werden "unsere Spiele die Winterspiele zur fundamentalen olympischen Idee zurückbringen". Das Internationale Olympische Komitee müsse sich die Frage stellen: "Wollen wir weiter den Weg des Geldes sowie einer weiteren Kommerzialisierung gehen, oder wollen wir Spiele in einem sicheren Land mit den Herzen bei der Olympischen Idee." Unterstützung in Guatemala erhielt der Kanzler unter anderem von Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (Neueinstieg auf Rang 20 mit 87 Nennungen) und von der Salzburger Landeshauptfrau Gabriele Burgstaller. Die Bemühungen blieben allerdings ohne Erfolg:
Das IOC entschied sich für Sotschi/ Russland als Austragungsort.

Der Drittplatzierte dieser Woche, Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer (439 Nennungen), forderte von Verteidigungsminister Darabos die Offenlegung des Eurofighter-Sparpaketes. Außerdem teilte der Finanzminister mit, dass die Einsparungen aus dem Eurofighter-Deal nicht wie von der SPÖ gewünscht zur Gänze in die Bildung fließen, sondern zur Budgetsanierung aufgewendet würden: "Das Geld wird ausschließlich für den Schuldenabbau verwendet". Weitere Nennungen verzeichnet Molterer zu den Verhandlungen mit den Ländern über den Finanzausgleich zwischen den Gebietskörperschaften, die am Donnerstag in Wien begannen.

In den Top-Five finden sich außerdem die Landeshauptmänner aus Kärnten und der Steiermark. Franz Voves (Rang vier, 304 Nennungen) positioniert sich mit der Diskussion um den Verkauf der Anteile des steirischen Landesenergieversorgers ESTAG, Jörg Haider (Rang fünf, 288 Nennungen) einmal mehr mit den zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten.

Weitere Neueinstiege in dieser Woche in das Top-30 Politikerranking: Ewald Wiedenbauer, SPÖ (Rang sechs, 255 Nennungen), Gabriele Schaunig-Kandut, SPÖ (Rang 13, 121 Nennungen), Herwig van Staa, ÖVP, (Rang 18, 91 Nennungen), Doris Bures, SPÖ (Rang 23, 83 Nennungen), Maria-Luise Mathiaschitz-Tschabuschnig, SPÖ (Rang 25, 78 Nennungen) und Erich Haider, SPÖ (Rang 26, 75 Nennungen).

SPÖ und ÖVP sind mit jeweils 12 PolitikerInnen im Ranking vertreten. Das BZÖ nimmt drei Positionen ein, die Grünen eine. Die FPÖ findet sich nicht unter den Top-30. Außerdem im Ranking:
Bundespräsident Heinz Fischer und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl.

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das OTS-Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.

Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).

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