Österreichische Energieagentur: Erdgas und Biomethan als Kraftstoffe der Zukunft

Wien (OTS) -

  • Studie bescheinigt komprimiertem Erdgas (CNG) sowie Biomethan-Erdgas-Kombination großes Potenzial als Kraftstoff
  • Starke Reduktion von Treibhausgasen und Schadstoffen im Verkehr
  • Große regionale Wertschöpfung durch Produktion und Vermarktung von Biomethan als Kraftstoff
  • Biomethan ermöglicht nachhaltige Treibstoffproduktion mit vergleichsweise hohen Energiehektarerträgen aus unterschiedlichsten Energiepflanzen
  • Rasche Marktentwicklung in Österreich erfordert langfristige Steuersicherheit, begünstigt durch attraktive, effiziente Erdgasfahrzeuge
  • Wettbewerbsfähige Biomethanisierungstechnologie aus Österreich vorhanden

Eine aktuelle Studie der Österreichischen Energieagentur bescheinigt komprimiertem Erdgas (CNG) sowie Kombinationen von Biomethan und Erdgas als Kraftstoff großes Potenzial. Signifikante Einsparungen an Treibhausgasemissionen und klassischen Schadstoffen aus dem Verkehr zählen zu den wesentlichen Vorteilen der beiden alternativen Energieformen. Weiters ermöglicht die Herstellung von Biomethan aus fermentativem Biogas die Verwertung der gesamten Pflanzensubstanz, wodurch vergleichsweise sehr hohe Energieerträge pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche erzielt werden. Die Produktion von Biomethan kann in landwirtschaftlichen Erzeugungsanlagen in kleinräumiger Kreislaufwirtschaft und damit besonders Ressourcen schonend zu vergleichsweise attraktiven Bedingungen (Stichwort: CO2-Reduktionskosten) erfolgen. Nach entsprechender Aufbereitung kann das mittels fermentativer Bakterien erzeugte Biogas als Biomethan insbesondere in fruchtbaren und bevölkerungsreichen Regionen ins öffentliche Erdgasversorgungsnetz eingespeist werden. Ein Vergleich der zwei in Europa verbreitetsten Biomethanisierungstechnologien mit einer nun großtechnisch in Betrieb gehenden, österreichischen Entwicklung weist letztere als derzeit kosteneffizienteste Variante aus. Der breite Einsatz von Erd- bzw. Biomethangas als Kraftstoff hängt in Österreich vor allem von der Nachfrage nach entsprechenden Erdgasfahrzeugen sowie dem weiteren Ausbau der Betankungsanlageninfrastruktur ab. Die nun vorliegende Studie empfiehlt einen Infrastrukturausbauplan, der in der Einführungsphase über zusätzliche Steueranreize finanziert wird und in Folge auch höhere Biomethananteile im Methangaskraftstoff ermöglichen soll. Hintergrund der Studie ist eine Zielsetzung der EU, die den Anteil der alternativen Kraftstoffe am Gesamtkraftstoffverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 20 % erhöhen soll. Erdgas soll zur Zielerreichung die Hälfte beitragen, also 10 % Anteil am gesamten Kraftstoffverbrauch abdecken. Den Rest sollen großteils Biokraftstoffe wie Biodiesel, Bioethanol und Biomethan abdecken. "Die Kombination aus konventionellem Erdgas und Biomethan hat den Vorteil, dass nicht nur die 10%-Quote des alternativen Kraftstoffs Erdgas erreicht werden kann, sondern gleichzeitig Biokraftstoff auf den Markt gebracht wird. Zusätzlich werden durch den gänzlich heimischen Biokraftstoff Biomethan sowohl die Emissionen von Treibhausgasen als auch von klassischen Schadstoffen in höherem Ausmaß als bei anderen Biokraftstoffen reduziert", sagt der Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur Dr. Fritz Unterpertinger. Engagement des öffentlichen Sektors notwendig Für Erdgas- und Biomethanfahrzeuge existieren bereits Begünstigungen, wie die Erlaubnis des Betriebes von Methangasfahrzeugen bei Fahrverboten nach dem "Immissionsschutzgesetz Luft". Für einen breiten Einsatz von Erdgas und Biomethan als Kraftstoff sind in Österreich wesentlich mehr Methangasfahrzeuge notwendig. Durch die Berücksichtigung von Methangasfahrzeugen bei der Beschaffung öffentlicher Fahrzeugflotten bzw. die Umstellung solcher Flotten auf Methangasfahrzeuge soll ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung des Bestandes geleistet werden. Außerdem werden zeitlich befristete Förderaktionen für Methangasfahrzeuge empfohlen ("Impulsprogramm"). Weitere wesentliche in der Studie vertieft analysierte Schritte der Markteinführung finden sich im gemeinsamen 5-Punkte-Programm des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) mit der OMV AG (vom 14. Juni 2006):

1.Schaffung von Investitionssicherheit durch steuerliche Rahmenbedingungen: Beibehaltung der MöSt-Befreiung für gasförmige Kraftstoffe, der Erdgasabgabe auf Erdgas als Kraftstoff auf gegenwärtigem Niveau sowie Beibehaltung der Befreiung von Biogas von der Erdgasabgabe;

2.Forcierung der Verwendung von Biogas als Kraftstoff:
Bereitstellung einer neuen Methangas-Kraftstoffsorte mit mindestens 20%igem Biomethananteil gestützt durch steuerliche Anreize;

3. Erhöhung des Bestandes an Methangasfahrzeugen:
Forcierung der Nachfrage nach Methangasfahrzeugen durch deren Berücksichtigung bei der Beschaffung bzw. der Umstellung der öffentlichen Fahrzeugflotten sowie Schaffung von Anreizen für den Umstieg auf Methangasfahrzeuge in kommerziellen Flotten
durch eine zeitlich befristete Förderaktion im Rahmen derzeit geltender Förderinstrumente sowie der nationalen und EU- rechtlichen Rahmenbedingungen;

4. Forcierung des Ausbaus der Infrastruktur:
Ausbau des Netzes von Methangas-Tankstellen, Verstärkung der Förderanreize zur Produktion von Biogas sowie für Produktion, Aufbereitung und Distribution von Biogas;

5. Verbesserung der technischen und rechtlichen
Rahmenbedingungen für die Biogaseinspeisung:
Verankerung eines Nachweissystems zur Erfassung und
Dokumentation der Aufbringung und Abgabe von Biogas ins öffentliche Erdgasnetz.

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Laut Österreichischer Kraftstoffverordnung BGBl. II, Nr. 417/2004 sollen Biokraftstoffe ab 1. Oktober 2008 einen Marktanteil von 5,75 % erreichen. Dieses Ziel soll mit Hilfe von Steuererleichterungen, die für die Beimischung von Biodiesel und Bioethanol zu Diesel und Benzin gewährt werden, realisiert werden. Bei Erdgas und Biomethan als Kraftstoff gibt es bisher keine langfristig stabilen Rahmenbedingungen. Diese - insbesondere eine längerfristige Mineralölsteuerbefreiung - sind jedoch Voraussetzung für angebots-und nachfrageseitige Investitionen und damit für die rasche Etablierung eines entsprechenden Methangasmarktes. Wie die Studie zeigt, bieten Erdgas und Biomethan eindeutige Vorteile.

Auftraggeber der Studie sind das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Abteilung V/5: Verkehr, Mobilität, Siedlungswesen, Lärm) sowie die Erdgaswirtschaftsunternehmen Erdgas Oberösterreich GmbH & Co KG, EVN AG, OMV Gas International GmbH, Salzburg AG und die Wien Energie Gasnetz GmbH.

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