Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Von den Ortstafeln und der Formel 1 (von Ralf Mosser)

Ausgabe 5. Juli 2007

Klagenfurt (OTS) - Was haben Formel-1-Rennen und die
zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten gemeinsam? Bei beiden dreht sich alles im Kreis. Nachdem der Lösungsversuch von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gescheitert ist, hat sich in der Ortstafelfrage der Kreis endgültig geschlossen, und man ist wieder dort angekommen, wo man nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes im Dezember 2001 gestartet ist.
Rudi Vouk muss weiter mit seinem Pkw mit überhöhter Geschwindigkeit durch zweisprachige Gemeinden fahren, sich dabei erwischen und abstrafen lassen und dann gegen die Strafe so lange berufen, bis die Verfassungsrichter neue Erkenntnisse zu zweisprachigen Ortstafeln erlassen. Sprich: Er muss weiter Rechtsbrüche begehen, damit die slowenische Volksgruppe am Ende ihr Recht zugesprochen bekommt. Jörg Haider kann weiter auf den "rasenden Rechtsbrecher" sowie die Verfassungsrichter schimpfen und nach jedem Erkenntnis mit juristischen Winkelzügen medienwirksam dessen Umsetzung verhindern. Für den Betrachter besteht zwischen den Ortstafeln und der Formel 1 trotzdem ein großer Unterschied: Wer kein Interesse an kreisenden Boliden hat, muss im Gegensatz zu dem Im-Kreis-Drehen bei den Ortstafeln nicht zuschauen.

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