FPÖ kritisiert Gentechnik-Zulassungsverfahren der EU

Hofer: "Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ignoriert Vorbehalte von Mitgliedstaaten"

Wien (OTS) - Zur Illustration der fragwürdigen EU-Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen, verweist FPÖ-Umweltsprecher NAbg Norbert Hofer auf ein aktuelles Beispiel. Die BASF Plant Science stellte in Schweden einen Antrag für das Inverkehrbringen der gentechnisch manipulierten Kartoffelsorte Solanum tuberosum L. Linie EH92-527-1. Die schwedische Behörde erstellte einen Bewertungsbericht, der zu dem Ergebnis kam, dass von den beantragten Verwendungszwecken vermutlich keine Gefahr für Mensch und Umwelt ausginge.

"Der Bewertungsbericht wurde der EU-Kommission und von dieser den übrigen Mitgliedsländern übermittelt", erläutert Norbert Hofer. "Einige Staaten meldeten Vorbehalte an, die die molekulare Charakterisierung, die evidente Allergenität und Toxizität besagter Kartoffel sowie gravierende Unzulänglichkeiten des Überwachungsplans betrafen."

Die EFSA, so Hofer, schienen diese Einwände nicht zu beeindrucken. Als die Kommission den Sachverhalt an die Lebensmittelbehörde weiterleitete, kam diese sehr rasch zu dem Ergebnis, daß die genmodifizierte Kartoffelsorte keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier oder die Umwelt haben dürfte und solche Auswirkungen "unwahrscheinlich" wären.

Norbert Hofer: "Konjunktive sind angesichts der in vielfachen Studien nachgewiesenen Gefährlichkeit gentechnisch veränderter Organismen durchaus unangebracht. Die Erstellung seriöser, hieb- und stichfester Nachweisverfahren zum Ausschluss möglicher Bedrohungen ist im Interesse der Verbraucher unerlässlich. Stattdessen aber wird auf die Kontrolle in einem gemeinschaftlichen Referenzlabor verwiesen, ohne Art, Intensität und Organe der Kontrolle zu benennen."

Schlussendlich werde in einem Vorschlag zur Entscheidung des Rates noch auf eine Erweiterung der vorerst industriellen Verwendungszwecke eingegangen. "Bis zur Zulassung des Produkts zur Verwendung als oder in Futtermittel(n) müsse auf Etikett oder Begleitdokument des Produkts der Hinweis "darf nicht als Futtermittel verwendet werden" angeführt sein.

"Kein Hinweis auf, die Einwände mehrerer Mitgliedsstaaten berücksichtigende Prüfverfahren", kritisiert Hofer. "Kein Hinweis auf Häufigkeit und Qualität der in Aussicht gestellten Kontrolle. Stattdessen die Anweisung an den künftigen Zustimmungsinhaber Freilandversuche durchzuführen und die unmissverständliche Andeutung, dass die beanstandete Kartoffelsorte bald zum Futtermittel werden und damit in europäische Nahrungsmittel Eingang finden könnte. Dieser leichtfertige Umgang mit einer Hochrisikotechnologie ist für uns völlig inakzeptabel", schließt Hofer.

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