"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Packeln statt Streiten"

Die Koalition kippt von einem Extrem ins andere. Beide sind schlecht.

Wien (OTS) - Monatelang schien in der großen Koalition fast nichts zu gehen außer streiten, sticheln, schimpfen und drohen. Ob Eurofighter, Schule oder Pflege: Die SPÖ fand in der ÖVP nur "Bremser, Blockierer und Verhinderer", die ÖVP wiederum sah in der SPÖ ein "Sicherheitsrisiko" und einen "sozialistischen Zwangsbeglücker". Beide Parteien boykottierten vernünftige Lösungen -Hauptsache, der jeweils andere kann nur ja keinen Erfolg verkaufen. Das war einmal. Irgendwann in den vergangenen Tagen hat sich in den roten und schwarzen Köpfen eine wundersame Wandlung vollzogen. Nach wildem Streiten ist plötzlich harmonisches Packeln angesagt. Die SPÖ fiel im Eurofighter-Ausschuss nach acht Monaten im letzten Moment auf ÖVP-Linie um. Die ÖVP bedankt sich artig, indem sie ihren früheren Reibebaum Nummer eins, Heereschef Darabos, vor den Angriffen der bösen Opposition in Schutz nimmt. Den Banken-Ausschuss würgten Rot und Schwarz einträchtig ab, zu viel Aufklärung könnte beiden schaden.
Dass die Regierung nicht mehr nur streitet, ist erfreulich. Dass sie ins andere Extrem kippt, weniger. Zu wünschen wäre ein Arrangement in der Mitte, nennen wir es "vernünftige Zusammenarbeit".

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