Bereits 3.300 Mütter beziehen Kärntner Müttergeld

LH Haider und LHStv. Dörfler zogen Erfolgsbilanz nach 1 Jahr - Bundesregierung soll unversorgte Mütter nicht länger ignorieren

Klagenfurt (LPD) - Mit dem Kärntner Müttergeld hat Kärnten erneut eine sozial- und familienpolitische Vorreiterrolle übernommen und seine Position als Familienland weiter ausgebaut. Heute, Mittwoch, haben Landeshauptmann Jörg Haider und LHStv. Gerhard Dörfler Bilanz über ein Jahr Kärntner Müttergeld gezogen. Ebenfalls an der Pressekonferenz im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung teilgenommen haben Lieselotte Suette vom Verein SozialMarkt Kärnten (SOMA) sowie die erste Müttergeldbezieherin Anna Angermann und ihre Tochter, Babygeldbezieherin Barbara Angermann mit ihren zwei Kindern.

Rund 3.300 Anträge wurden positiv erledigt, so viele Mütter beziehen bislang seit der Einführung im Vorjahr das Müttergeld, das bis maximal 150 Euro pro Monat ausmacht. Wie der Landeshauptmann betonte, sei dieses Müttergeld auch ein wirksames Mittel im Kampf gegen die Armut. Ingesamt seien in Österreich an die 160.000 Frauen ohne Altersversorgung. Kärnten löse dieses Problem in der Praxis und unterstütze jene Mütter, die durch ihre Familienleistungen viel für die Gesellschaft geleistet haben und dennoch ohne sozialrechtliche Absicherung dastehen. "Diese Mütter darf man nicht bestrafen", so Haider.

Der Landeshauptmann gab weiters bekannt, dass das Müttergeld als Dauereinrichtung weiter ausgebaut werde. In der Öffentlichkeit und in der Politik sollte ein Umdenken erreicht werden, um den Nachholbedarf gegenüber diesen Müttern zu erkennen, sagte Haider. Es gebe allzu oft untragbare Situationen bei der Altersversorgung, insbesondere auch im ländlichen Raum. Österreichweit sollte eine Lösung gefunden werden, dass Mütter, die ihren Kindern Zeit schenken, keine Nachteile bei der Altersversorgung erleiden müssen, appellierte Haider. Neben jenen, die älter als 60 sind und Unterstützung erhalten sollen, sollte es bis zum 18. Lebensjahr auch ein Müttergehalt als Angebot geben, erneuerte der Landeshauptmann seine Forderung. Die Bundesregierung sollte sich mit dieser Thematik endlich auseinandersetzen und nicht länger die 160.000 unversorgten Mütter ignorieren, plädierte Haider.

In diesem Sinn übte auch LHStv. Gerhard Dörfler massive Kritik am Sozialsystem, das die Familienleistungen extrem benachteilige. Daher sei es wichtig, betonten Dörfler und Haider, dass die Erlöse aus dem Verkauf der Hypo-Anteile in Höhe von 25 bis 30 Mio. Euro der Förderung der Familien und einkommensschwachen Menschen zugute kommen. Das Land wendet für Familienleistungen im Jahr 2007 52,8 Mio. Euro auf. Zum Vergleich: 1999 waren es nur 19,9 Mio. Euro. Dies bedeutet eine Steigerung um 32,9 Mio. Euro oder 165 Prozent (!). Es gebe kein anderes Bundesland, so Haider und Dörfler, das so viel für die Familien leiste. Kärnten war auch Vorreiter beim Kinderbetreuungsgeld, das dann österreichweit eingeführt wurde, erinnerte Dörfler. "Familien brauchen mehr Unterstützung", unterstrich Dörfler. Auch komme eine Kaufkraftstärkung der Familien wiederum der Wirtschaft zugute.

Dörfler wies auch auf weitere Leistungen des Landes wie Schuldbedarfsförderung, Kinderbetreuung, mobile Tagesmütter und das Kärntner Babygeld hin. Es gehe neben der finanziellen Hilfe auch um die emotionale Zuwendung, so Dörfler. Beim Babygeld wurden im ersten Jahr 5.775 Anträge bearbeitet und über fünf Millionen Euro ausbezahlt. Das Babygeld wird einmalig mit einem Betrag von 800 Euro für das erste Kind, mit 900 für das zweite und mit 1.000 für das dritte bzw. jedes weitere Kind gewährt.

Suette sagte, dass ein großer Bedarf hinsichtlich des Müttergeldes gegeben sei. Sie zeigte sich überaus erfreut und dankte dem Landeshauptmann für die Zusage, das Kärntner Müttergeld auch in Zukunft sicherzustellen.

Bis Ende Mai 2007 wurde ein Betrag von 1.685.416 Euro ausbezahlt. Das Müttergeld beträgt bis zu maximal 150 Euro monatlich. Das Müttergeld wird an Frauen ausbezahlt, welche das 60. Lebensjahr vollendet und keinen Anspruch auf eine eigene Pension oder Witwenpension haben und deren Einkommen unter der Ausgleichszulage (derzeit 726 Euro brutto) liegt und an jene Mütter, die auf Sozialhilfe angewiesen sind. Beantragen können es auch Mütter, die nicht in einem gemeinsamen Haushalt mit ihrem Ehemann bzw. Lebenspartner mit Unterhaltsanspruch leben und Mütter, die eine Pension der Sozialversicherung der Bauern beziehen, welche unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz (max. Familieneinkommen 1.091,14 Euro) liegt.

Partner bei der Abwicklung des Projektes Müttergeld ist der Verein SozialMarkt Kärnten (SOMA). Bei den SOMA in Klagenfurt, St. Veit/Glan, Spittal/Drau, Villach, Wolfsberg, im LH-Bürgerbüro in der Kärntner Landesregierung, Arnulfplatz1, Klagenfurt, und in Villach sowie bei allen Gemeinden sind Anträge für das Müttergeld erhältlich.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKL0002