Vollliberalisierung der Energiemärkte in der EU - Österreicher profitieren bereits seit knapp 6 Jahren

Wien (OTS) - Österreicher "verzichten" noch immer auf rund 400 Millionen Euro, weil sie den Strom- oder Gasversorger nicht wechseln - Liberalisierung in Österreich hat rund 500 Millionen Euro an Ersparnis gebracht

Seit 1. Juli ist theoretisch in ganz Europa möglich, was für die Österreicher bereits seit Oktober 2001 der Fall ist. Seit diesem Zeitpunkt kann nämlich jeder österreichische Konsument frei wählen, von wem er seinen Strom beziehen möchte. Seit 2002 steht diese freie Wahlmöglichkeit auch allen Gaskunden offen. "Nach knapp sechs Jahren Liberalisierung kann man guten Gewissens behaupten, dass in Österreich die Umsetzung des freien Energiemarktes sehr gut funktioniert hat. Ein Wechsel des Lieferanten ist sehr einfach und vor allem kostenlos möglich. Darüber hinaus hat vor allem die laufende Senkung der Netztarife durch die Energie-Control Kommission den Kunden Ersparnissen von rund 500 Millionen Euro gebracht.", zieht der Geschäftsführer der Energie-Control GmbH, DI Walter Boltz, eine positive Bilanz.

Wettbewerb noch nicht auf dem gewünschten Niveau

Um aber gleichzeitig auch einzuschränken: "Leider ist es mit dem Wettbewerb in Österreich aber immer noch nicht so, wie wir uns das im Sinne der Konsumenten wünschen würden. Für neue Anbieter ist es nach wie vor schwierig, am österreichischen Markt Fuß zu fassen.", so Walter Boltz.

Die lokalen Anbieter haben nach wie vor Vorteile gegenüber diesen, auch wenn es durch Gesetzsänderungen 2006 zu einigen Erleichterungen - wie zum Beispiel verbesserte Information der Konsumenten durch erhöhte Informationsverpflichtungen bei den Lieferbedingungen, erhöhte Transparenz durch strengere Mindestanforderungen in der Gestaltung von Rechnungen, Info- und Werbematerial, getrennte Ausweisung von Netz, Energie sowie Steuern und Abgaben ist verpflichtend - dadurch ist ein Preisvergleich für Konsumenten deutlich einfacher - und vieles mehr, gekommen ist. Trotzdem ist ein effektiveres Unbundling, also die strikte Trennung von Vertrieb- und Netzbereich, für den Wettbewerb unerlässlich. Nur so kann garantiert werden, dass die lokalen Strom- und Gasanbieter keine Vorteile gegenüber neuen Lieferanten zulasten der Kunden haben.

Österreichische Konsumenten verzichten auf viel Geld

Obwohl ein Lieferantenwechsel einfach, unbürokratisch und vor allem kostenlos möglich ist, nutzen immer noch relativ wenig Konsumenten ihre freie Wahlmöglichkeit. Bisher haben erst etwas mehr als 4 Prozent der Haushaltskunden ihren Strom- und rund 3,5 Prozent der Haushaltskunden ihren Gaslieferanten gewechselt. "Dabei lassen die österreichischen Konsumenten viel Geld auf der Straße liegen. Durch einen Lieferantenwechsel könnte in Summe etwa 400 Millionen Euro eingespart werden. Und auch für den einzelnen Haushalt kann sich ein Wechsel durchaus auszahlen. Ersparnisse von knapp 100 Euro pro Jahr sind bei einem Wechsel des Stromanbieters durchaus möglich.", so Walter Boltz.

Obwohl in Österreich die Liberalisierung der Energiemärkte an sich ein Erfolg war, ist es aus europäischer Sicht noch ein weiter Weg, damit auch wirklich alle Kunden in Europa von der Liberalisierung profitieren können. "Und auch in Österreich ist noch viel zu tun, schließlich kann der österreichische Weg nicht abgekoppelt vom europäischen Weg gesehen werden. Vieles kann Österreich nicht alleine beeinflussen, da wir in den EU-Binnenmarkt eingebettet sind, wodurch wir auch große Vorteile haben. Es gilt, die Chancen zum Vorteil für Österreich zu nutzen.", so Walter Boltz abschließend.

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