Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Ein Zeitfenster wird geschlossen

Ausgabe: 01. Juni 2007

Wien (OTS) - Das Leben ein Traum; die Schule ein Albtraum.Die wenigsten Ex-Schüler und kaum ein einziger kleiner Weltenbürger, der diese Institution derzeit besuchen muss, wird das bestreiten. Seit Maria Theresias Zeiten ist der verpflichtende Schulbesuch ab sechs zumindest in unseren Breiten eine unumgängliche Tatsache.

Nun kommt in Österreich ein "Startschuljahr" auf die Fünfjährigen zu. Pro und Kontra halten sich die Waage; die meisten Argumente sprechen aber dafür, besonders wenn man die immer stärker zurückbleibende Sprachentwicklung unserer Knirpse in der Statistik oder direkt im Umgang mit dieser Altersgruppe betrachtet. Dabei handelt sich es um die Muttersprache und um ein Phänomen, das in allen Schichten auftritt ohne überhaupt nur den Anteil jener Kinder mitzurechnen, die einen Migrationshintergrund haben.

Also: Aus der Traum von der unbeschwerten Kindheit und der freien Entwicklungsmöglichkeit. Ab in die Vorschule! Damit ihr Knirpse einmal weniger Schwierigkeiten in der Schule macht, wenn ihr euch doch anders und zu einer anderen Zeit entwickeln wollt! Ein Zeitfenster wird geschlossen ...

Vielleicht gelingt es aber doch noch, bevor die völlige Verschulung Platz greift, vor Augen zu führen, dass die Entwicklungszeit der Kinder von zwei bis sechs Jahren eine eigenständige Phase ist, und diese als bedeutende Periode behutsam anzuerkennen.

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