Verpflichtendes Kindergartenjahr startet ab Herbst in Kärnten

LH Haider und LHStv. Dörfler stellten flächendeckenden Modellversuch vor - Kindergartengesetz neu soll ab 1. Jänner 2008 in Kraft treten

Klagenfurt (LPD) - Das verpflichtende Bildungsjahr in Kärntens Kindergärten und das Kindergartengesetz Neu stellten heute, Samstag, Landeshauptmann Jörg Haider und Kindergartenreferent LHStv. Gerhard Dörfler gemeinsam mit Landeskindergarteninspektorin Iris Raunig und Gerald Salzmann, Leiter des Vereines Kärntner Kinderbetreuung, im Rahmen einer Presskonferenz in Klagenfurt vor. Als erster Schritt wird es ab Herbst in allen Bezirken Modellversuche geben. Ab 1. Jänner 2008 wird dann das neue Gesetz in Kraft treten, sodass es für alle Kinder vor Eintritt in die Schule eine Verpflichtung zum Kindergartenbesuch gibt.

"Wir starten im Herbst 2007 auf Grundlage des jetzigen Gesetzes mit dem Probegalopp" sagte Haider. Kärnten wolle nicht weiter auf eine Lösung für ein Vorschuljahr durch die Bundesregierung warten und übernehme damit wieder eine Vorreiterrolle in Österreich. Das neue Bildungsjahr im Kindergarten werde am Dienstag n der Regierungssitzung eingebracht, und er hoffe auf einen breiten Konsens, sagte er.

Dörfler hob die Chancen einer gezielten Schulvorbereitung hervor. "Der Schwerpunkt wird auf der Stärkung der Sprachkompetenz und der sozialen Kompetenz liegen, die sich auf Grund der veränderten Lebensbedingungen in Ein- und Zweikindfamilien ergeben haben" sagte er. Vorgesehen ist die Festlegung eines vierstündigen Zeitrahmens an vier Tagen pro Woche, an dem das Kind verpflichtet ist, den Kindergarten zu besuchen. "Bei dem verpflichtenden Kindergartenjahr handelt es sich um keine Verschulung", betonte er. Unabdinglich für den Kindergartenreferenten ist künftig die intensive Kooperation zwischen Kindergarten und Schule. "Es wird von uns ein einheitlicher Bildungsplan ausgearbeitet und umgesetzt", gab er bekannt. Dass es eine engere Zusammenarbeit in einigen Fällen schon gibt, beweisen Bad Kleinkirchheim und Glanhofen. "Dort kooperieren Kindergarten und Schule in einem Gebäude bereits", nannte er zwei Beispiele.

Insgesamt besuchen in Kärnten bei den 3 bis 6-jährigen derzeit 11.299 Kinder einen Kindergarten. Das letzte Kindergartenjahr besuchen derzeit 5.137 Kinder, das sind 92,2 Prozent. Bei einem verpflichtenden Kindergartenjahr würden derzeit 434 Kinder (+ 7,8 Prozent) dazukommen. in Kärnten gibt es im Moment 1.244 freie Kindergartenplätze da 12.543 Plätze bewilligt sind. Für Kinderbetreuungseinrichtungen und das Gratiskinderjahr gibt Kärnten in Summe pro Jahr 36 Millionen Euro aus.

Für Raunig sind das Pilotprojekt und das neue Gesetz "ein Meilenstein der Elementarpädagogik". Die Definition der Bildungsziele und die Kooperation mit den Lehrern sind für sie die Projektschwerpunkte.

Für Salzmann sind die Kindergärten die beste Institution für die Vorbereitung auf die Schule. "Ein verpflichtender Kindergartenbesuch erhöht die Bildungschancen der Kinder", sagt er.
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