Schmied: Ausgaben für Bildung sind Investitionen in die Zukunft unserer Kinder

77 Prozent für gemeinsame Schule mit innerer Differenzierung

Wien (SK) - "Ausgaben im Bildungsbereich sind Investitionen in die Zukunft unserer Kinder. Jetzt geht es darum, die Mehreinnahmen aus dem Bereich Eurofighter und aus der Wirtschaftsentwicklung für die Bildung zu verwenden", erklärte Bildungsministerin Claudia Schmied im Ö1-Interview "im Journal zu Gast" am Samstag. Zum Problem, dass viele Kinder nicht ausreichend lesen können, betonte die Bildungsministerin, dass gerade das Vorschulalter für die Sprachentwicklung wichtig sei und daher "ist das Thema Vorschule ganz prioritär", man könnte schon 2008 damit starten. Schmied nannte im Interview eine neue IFES-Umfrage, wonach 77 Prozent der ÖsterreicherInnen eine gemeinsame Schule mit starker innerer Differenz für "gut oder überlegenswert" halten. ****

Bezüglich Sprachförderung betonte Schmied, dass sie hier eine ganz wesentliche Maßnahme ab September starten lässt den verstärkten Deutschunterricht auch in der neunten Schulstufe mit Kleingruppenunterricht in Deutsch, um speziell Jugendliche in dieser Altersgruppe besser auf die Berufslaufbahn vorzubereiten und ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen. Da alle Wissenschafter und Experten betonen, dass für die Sprachentwicklung der Kinder die Phase zwischen 0 und dem 3. Lebensjahr ganz wichtig sei, sieht Schmied auch in der Frühkindpädagogik einen Kernbereich für die späteren Lebenschancen: "Hier sind Familie und Angehörige gefordert, aber auch der Staat muss hier Maßnahmen setzen".

Da das Problem der Sprachkenntnisse akut ist, sollte, so Schmied "das Thema Vorschule ganz prioritär behandelt werden, man könnte schon 2008 damit starten". Da die ÖVP hier noch nicht ganz auf einer Linie sei, setzt die Bildungsministerin auf ihre bewährte Kooperationsbasis mit Wissenschaftsminister Hahn.

Zur Senkung der Klassenschülerhöchstzahl stellte die Bildungsministerin klar: "Ich habe immer betont, dass wir, was die AHS betrifft, von einem Richtwert ausgehen, da wir bei den Gymnasien auf räumliche Probleme stoßen, aber wir haben hier trotzdem einen Wert von 99 Prozent 30 Kinder oder weniger." Als großen Erfolg sieht Schmied, dass im Pflichtschulbereich zu 99 Prozent eine Klassenschülerhöchstzahl von 25 umgesetzt wird.

77 Prozent für gemeinsame Schule mit innerer Differenzierung

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes IFES halten 77 Prozent der Befragten eine gemeinsame Schule mit starker innerer Differenzierung für "gut oder überlegenswert". Die Umfrage habe ein sehr hohes Sample von 2000 Befragten. Schmied gehe es darum, das bestmögliche Schulmodell zu finden. Hier gehe sie behutsam "Schritt für Schritt" vor.

Die "Neue Mittelschule" sei als gemeinsame Schule konzipiert, sie werde mehr Lehrkräfte benötigen, da es keine Unterscheidung mehr in AHS-Reife oder nicht gebe, der Unterricht sehr individuell gestaltet werde und eine starke innere Differenzierung vorgenommen werde. "Wir werden die Neue Mittelschule sehr, sehr attraktiv gestalten, es wird aussagekräftige Zeugnisse geben, die Bildungswegentscheidung wird mit 14 Jahren eine gute oder zumindest eine bessere sein. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Eltern für die Neue Mittelschule begeistern können", erklärte die Bildungsministerin.

Zum Thema "Sitzenbleiben" erklärte Schmied, dass sich das für die betroffenen SchülerInnen sehr negativ auswirke und oft mit Versagensängsten und psychischen Problemen verbunden ist - daher denke sie über ein Kurssystem nach. "Sitzenbleiben" sei nicht nur vom menschlichem Gesichtspunkt negativ, auch vom ökonomischen, denn ein gesamtes Jahr zu wiederholen, nur weil man in einem Gegenstand schlechter ist, sei teuer, so Schmied. Zu den Ganztagsschulplätzen nannte die Bildungsministerin, eine konkrete Verbesserung: "Wir erhöhen die Plätze um 26.000 auf 95.000 ganztägige Betreuungsplätze". (Schluss) sl

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