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"Kleine Zeitung" Kommentar: "Die Unternehmen machen fette Gewinne, Löhne hinken nach" (Von Hellfried Semler)
Ausgabe vom 29.06.2007
Graz (OTS) - Den Unternehmen in Österreich geht es so blendend wie
schon seit Jahren nicht mehr. Die Auftragsbücher quellen über, die
Kunden bezahlen ihre Rechnungen rasch das spült Geld in die
Firmenkassen die Gewinne sprudeln. Es sollte also alles bestens
stehen.
Stimmt auch, heißt es in den Banken. Die Firmen haben so viel Geld
zur Verfügung, dass sie keine neuen Kredite brauchen. Sie zahlen
bar.Wenig vom Geldregen fällt hingegen auf die Beschäftigten. Die
Netto-Löhne werden heuer um lächerliche 0,1 Prozent steigen, im
kommenden Jahr, sagen die Wirtschaftsexperten, überhaupt nicht mehr.
Bei den Lohnerhöhungen geizen die Firmenchefs.
Sie geben das Geld für neue Anlagen, Maschinen und andere
Investitionen aus, die Kosten sparen, auch dadurch, dass immer
weniger Personal benötigt wird. "Wir vernichten keine Arbeitsplätze",
sagte der Personalchef eines österreichischen Konzerns, "wir
investieren in modernste Technologie. Das spart Kosten und manchmal
gehen damit auch Jobs verloren".
Die Mitarbeiter in fetten Zeiten regelmäßig am Gewinn zu beteiligen,
ist eine Forderung der Wirtschaftsforscher, aber noch lange nicht
Realität. Für die kommenden Jahre sagen die Experten eine stark
wachsende Wirtschaft voraus. Es wird heuer und 2008 bis zu 80.000
neue Arbeitsplätze geben. Das schaut nur auf dem Papier gut aus. In
den Jahren seit 2000 sind um die 250.000 Arbeitsplätze, Vollzeit und
Teilzeit, in den heimischen Betrieben verloren gegangen. Es gibt
daher noch immer ein Defizit.
Momentan hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannt. Das geht
allein auf das Konto der guten Konjunktur: Die Unternehmen brauchen
Mitarbeiter, sonst verlieren sie Aufträge. Der Umkehrschluss lautet,
gibt es weniger Arbeit, werden die Mitarbeiter wieder abgebaut.
Gekündigt hat man dazu früher gesagt. So werden derzeit durch
Pensionierungen frei gewordene Stellen in vollem Umfang nachbesetzt,
was in den Jahren zuvor nicht der Fall war.
Ein Erfolg, in dem sich die neue Regierung sonnt. Sie erntet Früchte,
die ohne ihr Zutun gewachsen sind. Die Regierung profitiert von der
exzellenten Wirtschaftslage. Die Steuertöpfe sind randvoll gefüllt,
wie seit Jahren nicht mehr.
Jetzt haben die Politiker zwei Möglichkeiten: sich die Hände reiben
und die Steuergelder kassieren oder gezielt in Forschung und Bildung
zu investieren, damit es Österreichs Wirtschaft auch dann gut geht,
wenn die Zeiten schlechter werden sollten.****
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