Wiener Gemeinderat (9)

Subvention an den Verein Wiener Symphoniker

Wien (OTS) - GR Mag. Marie Ringler (Grüne) zeigte sich erfreut über das gute seriöse Gutachten der Firma Infora, wonach ohne Verlust künstlerischer Qualität zusätzliche Einkommensquellen möglich seien. Sie brachte einen Antrag ein, wonach die Umsetzung der Empfehlungen als Auflage für die Subvention zu werten sei.

GR Ing. Mag. Bernhard Dworak (ÖVP) betonte, dass die ÖVP die Wiener Symphoniker als Konzertorchester, das Wien repräsentiere, sehr schätze, jedoch bedauere, dass diese keine eigene Spielstätte haben. Das Hauptproblem, warum es bei der Subvention stets zu Fragen komme, seien die Pensionszahlungen sowie die sogenannten Dienste. So habe der Verein Wiener Symphoniker rund 45 Millionen Euro negatives Eigenkapital; aus diesem Grund müsse es eine rechtliche Lösung geben, damit die Symphoniker positiv bilanzieren können. Er brachte einen Antrag betreffend der Modifikation der Führungsstruktur des Vereins

ein. Die Wiener Symphoniker seien ein hervorragendes Orchester, so GR Mag. Harald Stefan (FPÖ). Dennoch müsse man mit den Steuergeldern

sparsam umgehen. Die Finanzlücke von 1,58 Millionen Euro hätte vermieden werden können. Das Gutachten decke u.a. auf, wo strukturelle Mängel bestehen und dass es an einer eigenständigen Programmwahl fehle. Die Reformvorschläge gehen in Richtung, dass man die Subvention als Basissubvention kürzt und eine erfolgsabhängige Subvention einsetzt.

GR Ernst Woller (SPÖ) sagte, dass die Wiener Symphoniker großartige Botschafter der Musikstadt Wien und damit ein unverzichtbarer Teil dieser Stadt seien. Erfreut zeigte er sich, dass mit dem heutigen dritten und letzten Teil der Subvention die Symphoniker nachhaltig abgesichert werden. Im Zusammenhang mit der Infora-Studie erklärte der Abgeordnete, dass jeder das herauslese, was er lesen möchte, dass es jedoch viel Zustimmung für das Orchester gebe. Als tolle Leistung von Kulturstadtrat Mailath- Pokorny bezeichnete er es, dass die Mittel nicht aus dem Kulturbudget kommen. Zum Antrag der ÖVP meinte der Redner, dass StR. Mailath-Pokorny bereits einen Brief an die Symphoniker geschickt habe, wonach diese bis Oktober des Jahres Reformvorschläge für das Orchester vorzulegen haben.

Abstimmung: Der Antrag der ÖVP zur Modifikation der Führungsstruktur der Symphoniker wurde einstimmig angenommen, die Subvention an den Verein mehrstimmig genehmigt, der Antrag der Grünen wurde abgelehnt.

: Subvention an die Kunst im öffentlichen Raum GmbH

GR Mag. Harald Stefan (FPÖ) erklärte, dass die FPÖ die Subvention für Kunst im öffentlichen Raum stets abgelehnt habe, da es sich um eine Pauschalsubvention handle und man nicht wisse, was im Detail damit geschehe. Aus diesem Grund lehne er die Subvention mit voller Überzeugung ab.

GR Mag. Marie Ringler (Grüne) kritisierte, dass die Umwandlung in eine GmbH in einer Nacht- und Nebelaktion erfolgte und auch die Mitarbeiter dies nur aus den Medien erfahren haben. Zudem gebe die Ansiedelung der neuen GmbH bei der Kunsthalle Wien Anlass zur Sorge, da hier die räumliche Distanz fehle. Die GmbH dürfe kein Selbstbedienungsladen für Kunsthalle-Direktor Gerald Matt werden, damit das nicht passiert, habe der zuständige Stadtrat sowie die MA 7 Sorge zu tragen.

GR Dr. Franz Ferdinand Wolf (ÖVP) meinte, dass die ÖVP grundsätzlich für die Förderung und damit für Kunst im öffentlichen Raum sei. Es gelte, in Wien Plätze aufzuspüren und mit Kunst aufzuladen. Primär gehe es jedoch darum, die Förderung von Kunst im öffentlichen Raum gut zu organisieren. Im Zusammenhang mit dem Fonds, der beim WZW angesiedelt wurde, erklärte der Redner, dass dies kein kluger Schritt gewesen sei und man wissen wolle, was nach der Sperre des WZW mit den Projekten von Kunst im öffentlichen Raum geschehe.

Abstimmung: Die Subvention an die Kunst im öffentlichen Raum GmbH wurde mit Stimmen der SPÖ beschlossen.

Subvention an den Verein "After Image Productions"

Wenn man über "After Image Productions" und damit über den Augarten spreche, so GR Marco Schreuder (Grüne), erwarte er sich eine kulturpolitische Aussage und Diskussion aus Sicht der Wiener Kulturpolitik. So stelle er die Idee in den Raum, Open Air-Festivals mit einer Ausfallshaftung seitens der Stadt abzusichern, da diese Ausfallshaftung für private Veranstalter zu teuer seien.

GR Dr. Elisabeth Vitouch (SPÖ) erklärte, dass es bei Open Air Festivals leider keine echte Lösung für das Wetter gebe. Freuen dürfe man sich auf das heurige Programm des "Kinos unter Sternen", wonach es zehn Premieren sowie Klassiker, europäisches und asiatisches Autorenkino und vieles mehr an tollen Produktionen gebe.

Abstimmung: Die Subvention an den Verein "After Image Productions" wurde einstimmig angenommen.

Subvention an den Kunstverein "Theater des Augenblicks"

GR Mag. Gerald Ebinger (FPÖ) kritisierte, dass es erst vor kurzem eine Subvention an den Verein "Theater des Augenblicks" gegeben habe; hauptsächlich für Wahlkosten, jedoch nicht für Projekte. Leider haben die Eigenproduktionen des Theaters primär Laborcharakter, was einer geringen Besucheranzahl gleichkomme. Sehe man sich die Gastspiele und Schließtage im Theater an, so werde klar, dass nur an etwa zehn Tagen Eigenproduktionen gezeigt werden, was eine Subvention von 160.000 Euro keinesfalls rechtfertige.

GR Mag. Marie Ringler (Grüne) erklärte, dass die Grüne Fraktion die Subvention an den Kunstverein "Theater des Augenblicks" ablehne, da sie in erster Linie der Lösung einer interkulturellen Umvernetzung zugestimmt habe. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass das Theater vom neuen Leiter des "Dietheater" bespielt werde. Demnach sollte man bei dieser Entscheidung bleiben.

GR Ing. Mag. Bernhard Dworak (ÖVP) meinte, dass die Leiterin des "Theater des Augenblicks" in den letzten Jahren viele Erfolge feiern konnte. So habe sich die Theaterjury im Rahmen der Theaterreform dafür eingesetzt, dass es eine Konzeptförderung geben solle. Da es alles in allem kein Konzept gebe und weiterhin offen sei, was mit dem Theater geschehe, lehne die ÖVP die Subvention ab. (Forts.) ef/rr

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Diensthabender Redakteur
Tel.: 4000/81 081

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0028