Herzog: Wiener Wohnbau steht vor neuen Herausforderungen!

Künftig muß bei der Planung auf die neuen gesellschaftspolitischen Gegebenheiten Rücksicht genommen werden.

Wien, 27-06-2007 (fpd) - Der soziale Wohnbau in Wien steht vor
neuen Herausforderungen, da bis zum Jahr 2030 mit einem massiven Bevölkerungswachstum bis auf zwei Millionen Einwohner in Wien zu rechnen ist.
Da die Wiener Bevölkerung immer älter wird, erfordert nicht nur der Pflegebereich sondern auch der Wiener Wohnbau mittelfristige Maßnahmen, um der demographischen Zeitbombe entgegenzuwirken, so heute FPÖ-Stadtrat Johann Herzog.

Neben einer Neubauoffensive ist auf Sicht eine Änderung der bisherigen Wohnraumgestaltung notwendig, um zukünftige Bedürfnisse abdecken zu können. Der Bedarf an kleinen Wohneinheiten für Angehörige der jüngeren Generation, wie etwa günstige und leistbare Startwohnungen, wird ebenso abzudecken sein, wie ein geänderter Bedarf an Wohnungsgrundrissen für die Wohnraumgestaltung von neuen Familienformen.

Die Wiener FPÖ hat im Zuge der laufenden Gemeinderatsdebatte daher mittels Beschlussantrag gefordert, dass künftig bei der Wohnraumplanung variable Wohneinheiten, die eine Teilung in kleinere Wohnungen bzw. Zusammenlegung mit anderen Einheiten ermöglichen, miteinbezogen werden.

Im Anhang der Antrag im Wortlaut:

Der amtsführende Stadtrat für "Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung" wird ersucht, im Sinne der kommenden demographischen Entwicklung die Schaffung neuer Wohnformen vorzubereiten und wo nötig in Form von Pilotprojekten deren praktische Umsetzung zu überprüfen:

0) Schaffung variabler Wohneinheiten, die eine Teilung in kleinere Wohnungen bzw. Zusammenlegung mit anderen Einheiten ermöglichen, nicht zuletzt durch entsprechende Situierung der notwendigen Nasseinheiten.

0) Schaffung kleinerer Wohneinheiten für die jüngere Generation aber auch für Teilfamilien, wie alleinstehende Mütter und Väter. Da 2/3 der Ehen in Wien geschieden werden, ergibt sich mit Sicherheit ein zukünftiger steigender Bedarf.

0) Schaffung von Wohngemeinschaften für Senioren mit Zentralraum und privaten Einzelzimmern samt zugehörigen Nasseinheiten und Räumlichkeiten für den Einsatz mobiler Pflege- und Hilfsdienste.

0) Durchmischung des sozialen Wohnbaues mit generationsübergreifenden Wohnformen. Unterbringung von Seniorenwohngemeinschaften und Seniorenwohnheimen im Rahmen z.B. von städtischen Wohnhausanlagen.

0) Seniorenwohnheime könnten als Pilotprojekte auch mit Unterteilung in Senioren-Wohngemeinschaften organisiert werden, um so Vereinsamungstendenzen von Einzelraumbewohnern, die sich nur zu den Mahlzeiten zusammenkommen, entgegenzuwirken. Bei Erfolg sollte eine breitere Anwendung in die Wege geleitet werden.

0) Verwirklichung solcher Vorschläge durch Förderung senioren- und behindertengerechter haus- und wohnungsseitiger Sanierungsmaßnahmen auch im Altbaubestand. Die Schaffung einer eigenen Förderungsschiene wäre wünschenswert, vor allem hinsichtlich Überblick und Bündelung von angebotenen Maßnahmen.

0) Verwendung nicht mehr benötigter städtischer Amtshäuser zur Schaffung von Seniorenwohnheimen, da in diesen Gebäuden ausreichende räumliche Verwendungsmöglichkeiten zu Verfügung stehen und Pilotprojekte im Hinblick auf die Gestaltung von Senioren-Wohngemeinschaften durchgeführt werden können.

0) Anbot von familienfreundlichen Wohnungsgrundrissen in den einzelnen Wohneinheiten mit verstärkter Möglichkeit der individuellen Gestaltung dieser Raumeinteilungen. Hier wäre auch eine breitere Wiedereinführung von Wohnküchen als kommunikatives Wohnungszentrum in die Überlegungen einzubeziehen.

In formeller Hinsicht wird die Zuweisung dieses Antrages an die Geschäftsgruppe "Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung" beantragt. (Schluß)

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