Kadenbach: Naturschutzprojekt belebt die Region um Schönbach

Altes Handwerk erlebt eine Renaissance und schafft Arbeitsplätze

St. Pölten (SPI) - "Ein altes Handwerk, das Handwerk der Korbflechter und Besenbinder hat lange Zeit das Bild unserer Kulturlandschaft geprägt. Kopfweiden, Besenbäume und Flechtzäune sind heute aber ein seltener Anblick. Immer weniger Korbflechter und Besenbinder arbeiten mit den typischen Pflanzen Hasel, Weide oder Esche", erläutert NÖ-Naturschutzlandesrätin Karin Kadenbach. Im Mai 2005 wurde in der Erlebniswerkstatt Schönbach die Ausstellung "Flechtwerk - auf den Spuren eines alten Handwerks mit Bind- und Flechtpflanzen" vorgestellt. "Der Verein Kultur.Landschaft hat im Auftrag der Naturschutzabteilung beim Land NÖ die letzten aktiven Korbflechter aufgespürt und ihr traditionelles Wissen dokumentiert. 2.500 Besucher sind in den beiden letzten Jahren in die Erlebniswerkstatt gekommen. Viele davon besuchen die angebotenen Korbflechtkurse. Andere wieder wollen handgefertigte Körbe aus heimischen Flechtpflanzen gleich mit nach Hause nehmen", erläutert Kadenbach.****

Um die steigende Nachfrage zu decken, ist gemeinsam mit der Dorf- und Stadterneuerung und dem Arbeitsmarktservice ein Beschäftigungsprojekt angelaufen. Der Museumsverein hat ein altes Kloster in Schönbach renoviert und dort die "Kloster-Schul-Werkstätten" eingerichtet. Vier Berufsum- und Wiedereinsteiger fertigen derzeit Zisteln für den Marillenkirtag in Spitz und für das Marillenfest in Krems. Neben der schon bestehenden Korbflechterei und der Seifensiederei sollen noch Werkstätten für Schuster, Sattler und Wagner realisiert werden. Die Ideen gehen dem Museumsverein unter Obmann Franz Höfer aber noch lange nicht aus. Demnächst wird ein Sortengarten mit Flechtweiden angelegt und ein bestehender Rundwanderweg wird dem Thema "Korbflechten" gewidmet. Geflochtene Großobjekte wie eine zwei Meter hohe Zistel und ein mannshoher Bierkrug für die Schönbacher Privatbrauerei sollen künftig noch mehr Besucher in das obere Waldviertel locken. "Es geht nicht darum, Traditionen zu idealisieren und der guten alten Zeit nachzuweinen", so LR Karin Kadenbach. "Nutzungsformen wie das Flechthandwerk haben früher Form und Gestalt der Bäume und somit auch das Landschaftsbild wesentlich geprägt und die Artenvielfalt begünstigt. Initiativen wie der Museumsverein Schönbach können aber wesentlich dazu beitragen, das Interesse an heimischen Flechtprodukten wieder zu wecken und die Nutzung von Weiden, Eschen und Haseln als Elemente der bäuerlichen Kulturlandschaft zumindest auf lokaler Ebene neu zu beleben. Der Beitrag zur Regionalentwicklung und Arbeitsplatzsicherung ist ein erfreulicher zusätzlicher Effekt", so Kadenbach abschließend.

Die Erlebniswerkstatt und die Kloster-Schul-Werkstätten Schönbach sind täglich von 9.00 bis 12.00 & 13.00 bis 17.00 Uhr für Besucher geöffnet. Mehr Informationen unter www.erlebniswerkstatt.at

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