ÖBB-Lehrwerkstätten: vida-Jugend übergab Forderungspaket an Verkehrsminister

Kerstin Cap: "Qualität der Lehrlingsausbildung sichern - Zahl der Ausbildner erhöhen"

Wien (vida/ÖGB) - Auf Initiative der Gewerkschaft vida besuchte Verkehrsminister Werner Faymann am 26. Juni die ÖBB-Lehrwerkstätte in Wien-Floridsdorf. Dort wurde er von VertreterInnen der Gewerkschaft vida, den Betriebsräten der Werkstätte und VertreterInnen des Konzerns in Empfang genommen. Die vida-Jugend nützte die Gelegenheit und übergab dem Minister ein Forderungspaket. Kerstin Cap, Vorsitzende der Jugendvertrauensräte im ÖBB-Konzern und seit kurzem Vorsitzende der vida-Jugend, an den Minister: "Die ÖBB sind Mitte der neunziger Jahre zum staatlich ausgezeichneten Ausbildungsbetrieb ernannt worden. Doch gerade in den letzten Jahren hat es sehr viele Einsparungen gegeben, die die Qualität der Lehrlingsausbildung gefährden. Hier erwarten sich die Lehrlinge Verbesserungen."++++

Zahl der Ausbildner erhöhen

Die Zahl der Ausbildner ist im vergangenen Jahr durch "natürlichen Abgang" um 30 Personen reduziert worden. Kerstin Cap dazu: "Schon ab dem dritten Lehrjahr werden Lehrlinge wie ausgelernte MitarbeiterInnen eingesetzt, anstatt für ihre Zukunft wichtige Lernmodule in der Lehrwerkstätte absolvieren zu können." Die Forderung der vida-Jugend: Sofortige Nachbesetzung von Ausbildnern für die Lehrlinge im vierten Jahrgang. Keine weitere Absenkung der Zahl der Ausbildner auch in den übrigen Lehrgängen, sondern im Gegenteil, die vollständige Nachbesetzung von freigewordenen Ausbildnerstellen. Diese Forderung bekräftigte auch Thomas Stöger, Landesgeschäftsführer der vida-Wien, bei dem Treffen mit dem Verkehrsminister. "Es mag sein, dass auch nach der Reduzierung der Zahl der Ausbildner die gesetzlich vorgesehenen Mindeststandards eingehalten werden, die pro 15 Lehrlinge einen Ausbildner vorsehen. Aber die ÖBB wollen doch ein Vorzeigebetrieb bleiben - dafür braucht es mehr Kapazitäten."

Berufsschule St. Pölten wieder eröffnen

Ein weiterer Punkt, den die GewerkschafterInnen in der Diskussion mit dem Minister und mit VertreterInnen des ÖBB-Konzerns ansprachen, betrifft die ÖBB-Berufsschule St. Pölten, die im Vorjahr geschlossen wurde. Alexander Bily von der Gewerkschaft vida verlangte die Wiedereröffnung der Berufsschule: "Die Geräte und die Räumlichkeiten sind ja nach wie vor vorhanden. Man könnte hier alle Jugendlichen, die eine Ausbildung in den neuen ÖBB-Lehrberufen beginnen, unterrichten."

Freie Kapazitäten für Lehrlingsausbildung nutzen

"Rund 30 Lehrplätze zusätzlich in Österreich" lautet eine weitere wichtige Forderung der vida-Jugend. Thomas Stöger dazu: "Es gibt dafür freie Kapazitäten bei den ÖBB. Allein am Standort Floridsdorf könnten 15 Lehrlinge zusätzlich aufgenommen werden."

ÖBB-Lehrlingsheime absichern

"Gerade für die Jugendlichen in arbeitsmarktschwachen Regionen ist es wichtig, dass sie nicht nur einen Ausbildungsplatz finden, sondern auch eine ordentlichen Heimplatz", brachte Kerstin Cap ein weiteres Anliegen der vida-Jugend vor. Ihre Forderung: "Alle fünf Lehrlingsheime der ÖBB müssen erhalten bleiben."

ÖGB, 27. Juni 2007 Nr. 409

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